Kurssturz
Infineons Tage im Dax sind wohl gezählt

Die Aktie von Chiphertsteller Infineon fällt und fällt. Innerhalb einer Woche hat sich der Kurs inzwischen halbiert. Und der dramatische Kursverfall könnte bald ernste Konsequenzen haben: die Mitgliedschaft im Dax steht auf der Kippe.

DÜSSELDORF. Die Infineon-Aktie fällt heute um fast zehn Prozent und ist nur noch 81 Cent wert. Nach dem erneuten Kurssturz kostet Infineon an der Börse nur noch 600 Mio. Euro. Mehr als die Hälfte der Unternehmen im MDax und auch ein Dutzend Firmen des technologielastigen TecDax sind teurer. Damit erfüllen diese Unternehmen ein zentrales Kriterium für die Dax-Mitgliedschaft besser als Infineon.

"Bis März bekommt Infineon noch eine Gnadenfrist", sagt Anke Platzek von der Landesbank Baden-Württemberg. Am 4. März prüft die Deutsche Börse, welche Unternehmen gemessen an Marktkapitalisierung und Umsatz nicht mehr die Dax-Kriterien erfüllen.

Hohe Kursschwankungen von beinahe täglich mehr als zehn Prozent belegen, dass die Aktie zu einem Zockerpapier verkommen ist. "Die Deutsche Börse ist über kurz oder lang gezwungen, ihr Regelwerk zu überdenken und Penny Stocks aus dem Index zu verbannen. Sonst riskiert sie ein Imageverlust ihres Aushängeschildes", sagte ein Frankfurter Händler. Die Wall Street duldet in ihren großen Indizes keine Penny Stocks .

Noch klammert sich die Deutsche Börse aber an ihre Statuten. "Es gibt keine Regel die besagt, dass ein Wert aus dem Dax fliegt, nur weil er weniger als ein Euro kostet", sagt Leticia Adam von der Deutsche Börse. "Momentan" gebe es keine Bestrebungen, die Regeln schon wieder zu ändern. Im November hatte die Deutsche Börse auf Druck professioneller Investoren ihre Statuten modifiziert und das enorm gestiegene Index-Gewicht der explodierenden VW-Aktie gekappt.

Die Deutsche Börse steht allerdings noch vor einem anderen Dilemma: Niemand bietet sich als Aufsteiger in den Dax an. Keine Firma rangiert bei Börsenumsatz und Marktkapitalisierung unter den besten 35 Konzernen, wie es die Aufstiegsregeln verlangen. Knapp davor war der Solarspezialist QCells. Doch nach der heutigen Gewinnwarnung verlor QCells 22 Prozent an Wert. Die größten Chancen, Infineon zu ersetzen, hat Fresenius. Doch als Mutter der größeren Tochter FMC sind die Bad Homburger wenig attraktiv.

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