Kurssturz nach Gewinnwarnung
Cable & Wireless schockiert Anleger

Vor einem Jahr wurde der Telekom-Dienstleister Cable & Wireless Worldwide vom britischen Mutterkonzern abgespalten. Anlegern hat die Aktie seither wenig Freude gemacht. Jetzt gibt es weitere Hiobsbotschaften.
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LondonDie Börsen klettern wieder nach oben. Nur eine Hand voll Aktien konnte von der guten Anlegerstimmung am Donnerstag nicht profitieren. Eine davon war die des britischen Telekommunikationsunternehmens Cable & Wireless Worldwide. Nach einer Gewinnwarnung stürzten die Papiere an der Londoner Börse in der Spitze um mehr als 15 Prozent auf 53,5 Pence ab. Es war der tiefste Kurs seit der Trennung des internationalen Geschäfts vom Gesamtkonzern im März vergangenen Jahres.

Im März 2010 war die Cable & Wireless Group in die beiden eigenständigen Unternehmen Cable & Wireless Communications und Cable & Wireless Worldwide aufgespalten worden. Die Firma ist auf Telekom-Dienstleistungen für Unternehmen und Behörden spezialisiert. Der Aktienkurs der internationalen Sparte ist seither fast kontinuierlich gefallen. Unter dem Strich steht für Anleger ein Minus von fast 30 Prozent.

Auslöser des jüngsten Kurssturzes war die Warnung des Unternehmens, dass höhere Kosten die Gewinne im nächsten Geschäftsjahr drücken würden. Cable & Wireless beendet sein Geschäftsjahr Ende März. Analysten erwarten im Schnitt einen Gewinn von 444 Millionen Pfund (506 Millionen Euro). Für das kommende Jahr gingen die Experten bisher von einem Ergebnisanstieg auf 470 Millionen Euro aus. Das Unternehmen warnte nun aber, dass der Gewinn angesichts steigender Kosten sowie einer schwachen Nachfrage nach traditionellen Telekom-Dienstleistungen und niedrigerer Datenpreise womöglich stagnieren würde.

"Einige unserer Wettbewerber sind in ihrer Preissetzung sehr aggressiv, um uns aus dem Markt zu drängen", sagte Vorstandschef Jim Marsh in einem Interview. Darauf müsse das Unternehmen reagieren und ebenfalls die Preise senken, was die Gewinnmargen drücke.

Analysten reagierten unterschiedlich auf die Hiobsbotschaft. "Die Gewinnwarnung setzt einem miserablen ersten Jahr als eigenständiges Unternehmen die Krone auf", sagte Steve Malcolm von Evolution Securities. Er untermauerte seine Verkaufsempfehlung für die Aktie mit einem Kursziel von 55 Pence. Deutlich gnädiger zeigten sich die Experten der Deutschen Bank: Sie bestätigten nach dem Kurseinbruch ihre Anlageempfehlung mit "kaufen" und einem Kursziel von 90 Pence.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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