Kursziel 15,50 Euro
Merrill Lynch stuft T-Aktie hoch

Die Investmentbank Merrill Lynch hat die Aktien der Deutschen Telekom auf „Buy“ hochgestuft. Infolge einer besseren Bewertung des US-Mobilfunkgeschäfts erhöhten die Analysten auch das Zwölf-Monats-Kursziel für die T-Aktie auf 15,50 Euro.

Reuters LONDON. Merrill Lynch teilte am Montag in London mit, die Bewertung der Aktien sei auf „Buy“ von zuvor „Neutral“ angehoben worden. Nach der jüngsten Schwäche des Aktienkurses seien die Telekom-Aktien im Vergleich zur Branche attraktiv bewertet. „Selbst unter Berücksichtigung der vergleichsweise hohen Verschuldung und dem zu erwarteten Dividendenausfall halten wir die Aktien für relativ günstig“, hieß es in der Studie. Zudem hätten sich insbesondere die Geschäftsrisiken auf dem US-Mobilfunkmarkt reduziert. Das Kursziel für die Telekom-Papiere werde nun bei 15,50 Euro nach bisher 14 Euro gesehen.

An der Börse wurden die Telekom-Aktien am Montagmittag im Trend mit dem freundlichen Gesamtmarkt mit einem Aufschlag von 1,7 Prozent bei 13 Euro gehandelt. In der vergangenen Woche hatte eine in Telekom-Aktien wandelbare Anleihe der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau für einen Abbruch des Aufwärtstrends der T-Aktien gesorgt.

Merril Lynch erwartet gutes Quartal bei T-Mobile USA

Nach Einschätzung von Merrill Lynch wird vor allem der US-Mobilfunksektor in den kommenden Quartalen weiterhin solide Ergebnisse liefern. T-Mobile USA dürfte im gerade abgelaufenen zweiten Quartal ein Kundenzuwachs von 625 000 Teilnehmer verzeichnet haben, schätzten die Analysten. Nach einem Treffen mit dem Management von T-Mobile USA sei Merrill Lynch optimistischer hinsichtlich der langfristigen Geschäftsaussichten. Die US-Tochter könne auf Grund einer starken Markenbekanntheit unter anderem von den Problemen der Wettbewerber Cingular und AT&T Wireless mit dem Wechsel der Mobilfunktechnik profitieren.

Zudem könnten sich bei den Gewinnmargen der Festnetz-Tochter T-Com, bei den Investitionen und bei der Nettoverschuldung noch positive Überraschungen ergeben, die sich auf den Barmittelüberschuss (Free Cash Flow) des größten europäischen Telekom-Konzerns auswirken könnten. Die Analysten wollen dazu die am 14. August anstehenden Quartalsergebnisse der Telekom abwarten.

Auch Goldman Sachs sieht US-Geschäft positiv

Mitte Juni hatte sich bereits die US-Investmentbank Goldman Sachs positiv zum US-Mobilfunkgeschäft der Telekom und zum Festnetzgeschäft in Deutschland geäußert. „Wir glauben, dass die Chance besteht, dass die Deutsche Telekom ihre selbstgesteckte Prognose für das Ebitda übertreffen wird“, hatten die Analysten der Bank mitgeteilt. Den fairen Wert der Telekom-Aktie hatte Goldman Sachs bei 17,4 Euro veranschlagt.

Die Telekom will im laufenden Jahr im Konzern ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) von 17,2 bis 17,7 Milliarden Euro erwirtschaften. Dieses Ziel werde unabhängig vom Konjunkturverlauf erreicht, hatte das Telekom-Management unlängst prognostiziert.

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