Kurzfristig jedoch keine Aktienplatzierung
Beiersdorf denkt an Börsengang von Tesa

Die Hamburger Beiersdorf AG hat einen Börsengang ihrer Klebstofftochter Tesa AG ins Spiel gebracht. Der Vorstandsvorsitzende Rolf Kunisch sagte, dass es für den Konzern mehrere Alternativen gebe, falls Beiersdorf für den eigenen Ausbau und den seiner Klebstoffsparte Geld benötigen sollte.

lip HAMBURG. „Eine dieser Alternativen wäre ein Börsengang“, sagte Kunisch. Ein Konzernsprecher schränkte jedoch ein, es gebe dafür noch keine konkreten Pläne. „Eine Aktienplatzierung bei Tesa ist nur eine Option“, erklärte er.

Eine weitere Möglichkeit für die Kapitalbeschaffung wäre auch die Platzierung eigener Aktien, die Beiersdorf hält. Sie könnten beispielsweise als Akquisitionswährung eingesetzt werden, wenn Tesa durch geeignete Zukäufe ausgebaut werden solle. „Wir werden die eigenen Aktien von zehn Prozent langfristig nicht behalten, ohne etwas daraus zu machen“, sagte der Firmensprecher. Wofür genau die Aktien am Ende eingesetzt würden, sei noch völlig unklar.

Analysten rechnen kurzfristig nicht mit einer Aktienplatzierung. „Da muss noch ein Jahr ins Land gehen, bis ein Börsengang stattfinden könnte“, sagte ein Commerzbank- Analyst. Ähnlich sieht das Heinz Müller von der Frankfurter DZ-Bank: „Die Beiersdorf AG wird schon irgendwann versuchen, Tesa an die Börse zu bringen. Aber dies ist derzeit nur schwer vorstellbar, weil das Unternehmen noch eine zu geringe Profitabilität aufweist.“ Auch Kunisch hatte Analysten erst vor kurzem signalisiert, dass er einen Börsengang von Tesa erst bei einer Umsatzrendite von zehn Prozent ins Auge fasse.

Davon ist die Beiersdorf-Tochter noch weit entfernt: 2003 erwirtschaftete Tesa mit rund 3 600 Beschäftigten eine Umsatzrendite von fünf Prozent bezogen auf das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit). Das Betriebsergebnis lag im vergangenen Jahr bei 35 Mill. Euro bei einem Umsatz der Klebstofftochter von rund 696 Mill. Euro.

Grundsätzlich sehen Aktienanalysten in Tesa aber einen sehr geeigneten Kandidaten für die Börse. Bei der Beiersdorf-Tochter schlummerten große Potenziale, sagten sie. Dazu gehört beispielsweise die Möglichkeit, Tesa-Film als Informationsträger zu benutzen. Auf dem Klebeband können Hologramme angebracht werden, in denen große Datenmengen gespeichert werden können. Diese Technologie sei in der Lage, Magnetstreifen oder Strichcodes ersetzen. Das Geschäftsfeld berge große Wachstumschancen und das Potenzial, die Profitabilität des Unternehmens deutlich zu steigern. Der Kurs der Beiersdorf-Aktie stieg gestern geringfügig.

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