Lanxess-Aktien
Aufsichtsrat billigt Heitmanns Ausverkauf

Wenn ein Chef von seiner Firma überzeugt ist, dann kauft er Aktien des eigenen Unternehmens. Axel Heitmann, Vorstandsvorsitzender von Lanxess, macht das Gegenteil. Doch nun stellt sich sogar der Aufsichtsrat hinter ihn.
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DüsseldorfAxel Heitmann, Chef des Chemiekonzerns Lanxess, hat mit einem Schlag fast alle Aktien seines Unternehmens verkauft. Er stieß insgesamt 250.000 Papiere im Wert von knapp zehn Millionen Euro ab. Die erste Reaktion an der Börse: Entsetzen. Nachdem sich die Nachricht herumgesprochen hatte, stürzte die Lanxess-Aktie am vergangenen Freitag ab. Sie verlor zwischenzeitlich mehr als acht Prozent und rutschte unter 39 Euro. Mittlerweile hat sich der Kurs erholt, ein Anteilsschein kostet aktuell 42 Euro.

Doch die Frage, die sich die Investoren stellen, steht weiterhin im Raum: Warum hat Heitmann verkauft, und warum jetzt? „Das Timing ist leider sehr unglücklich“, sagt Martin Rödiger, Analyst bei Cheuvreux.

Ein Kommentar aus dem Aufsichtsrat kam erst am Abend - und der ist durchweg positiv. Der Aufsichtsratsvorsitzende Rolf Stomberg stellt sich voll hinter Heitmann: „Der Verkauf einer solchen Anlage ist ein normaler Vorgang. Herr Heitmann hat den Verkauf seiner Lanxess-Aktien als Privatmann und zu einem von ihm gewählten Zeitpunkt getätigt. Der Verkauf ist ausschließlich aus persönlichen Gründen erfolgt und steht in keinem Zusammenhang mit der Geschäftslage des Unternehmens.“ Gerade wurde Heitmanns Vorstandsvertrag verlängert. „Herr Heitmann hat weiterhin mein volles Vertrauen“, sagt Stomberg.

Eigentlich war die Welt für Lanxess in Ordnung. Heitmann steht seit der Abspaltung von Bayer im Jahr 2004 an der Spitze von Lanxess. Er hat aus dem, was die Ex-Mutter nicht mehr haben wollte, ein schlagkräftiges Unternehmen geformt. Erst Anfang des Monats hat der Aufsichtsrat des Unternehmens den Vertrag mit Heitmann verlängert. Der 51-Jährige bleibe weiter fünf Jahre an der Spitze des Konzerns, hieß es. Immer wieder war Heitmann zuvor als Kandidat für die Nachfolge von RWE-Chef Jürgen Großmann gehandelt worden.

Auch an den jüngst präsentierten Quartalszahlen gab es nichts auszusetzen. Heitmann stellte sogar einen höheren Gewinn für dieses Jahr in Aussicht. „Die Nachfrage nach unseren Produkten ist weiterhin stark und unsere Produktionsanlagen sind sehr gut ausgelastet“, verkündete der Lanxess-Chef.

Bei den meisten Analysten stand die Aktie zuletzt hoch im Kurs. Laut Datenanbieter Bloomberg haben insgesamt 29 Experten in den vergangenen vier Wochen eine Einschätzung abgegeben, 19 davon raten „Kaufen“, sieben empfehlen „Halten“ und nur drei sagen „Verkaufen“.

Nun sorgt ausgerechnet der Chef für Störfeuer. Der Aktienverkauf sät Zweifel, ob Heitmann wirklich so überzeugt ist von seinem Unternehmen, wie öffentlich beteuert.

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Ein gutes Geschäft?

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Anlegerschützer sind irritiert

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  • Ist doch ok. Was hat er denn von den Aktien, wenn er sie nach Ablauf der Fristen nicht verkaufen kann?

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