LBBW rät zum Verkauf der Aktie
Herabstufungen drücken Deutsche Bank-Kurs

Eine Reihe negativer Analystenkommentare hat am Freitag an der Börse weitere Gewinnmitnahmen bei den Aktien der Deutschen Bank ausgelöst.

Reuters FRANKFURT. Die Dividendenpapiere des größten Kreditinstituts Deutschlands setzten ihre Talfahrt des Vortages fort, büßten mehr als drei Prozent an Börsenwert ein und kosteten damit nur noch rund 56 Euro. Bereits am Donnerstag hatte das Papier in Reaktion auf verhalten aufgenommenen Quartalszahlen 1,5 Prozent verloren. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie sich seit Mitte März zeitweise nahezu verdoppelt hatte.

LBBW rät zum Verkauf der Aktie

Besonders drastisch änderte die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) am Tag nach den Zahlen ihre Einschätzung der Deutschen-Bank-Aktie. Statt der bisherigen Kaufempfehlung, rät LBBW-Analyst Fabian Brunner nunmehr zum Verkauf der Aktie. Das Kurspotenzial der Deutschen Bank sei nach dem jüngsten Höhenflug der Finanzwerte an der Börse sehr begrenzt, hieß es. Dennoch bewertete Brunner die Quartalszahlen positiv. Die Deutsche Bank könne wegen ihres hohen Investmentbanking-Anteils von einem möglichen Anspringen der Konjunktur und einer Erholung an den Kapitalmärkten überproportional stark profitieren. Dies sei jedoch im Kurs des Papiers bereits eingepreist.

Die Deutsche Bank war im zweiten Quartal erstmals seit Jahresfrist dank eines starken Zins- und Handelsergebnisses wieder klar in die Gewinnzone zurückgekehrt und hatte den Verwaltungsaufwand weiter gesenkt. Vor Steuern erzielte die Bank einen Gewinn von 1,091 Milliarden Euro und übertraf damit die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten, blieb aber nach Steuern mit 572 Millionen Euro unter den Prognosen.

Ihre bisherigen Ratings von „Outperform“ beziehungsweise „Overweight“ senkten unterdessen auch die Banken Sal. Oppenheim und JP Morgan jeweils auf „Neutral“ ab. Bei Oppenheim hieß es, das starke Ergebnis der Deutschen Bank aus dem ersten Halbjahr sei kaum in der zweiten Jahreshälfte zu wiederholen. Vor allem das Geschäft mit festverzinslichen Papieren und Derivaten werde wahrscheinlich schwächer laufen. Die Deutsche Bank hatte im zweiten Quartal innerhalb des Investmentbankings 1,8 Milliarden Euro im Fixed-Income-Bereich eingefahren.

Die US-Investmentbank JP Morgan senkte neben dem Rating auch ihr Kursziel für die Deutsche Bank auf 56 von bislang 60 Euro. Bereits am Donnerstag hatten auch die Analysten der HVB die Anteilsscheine der Deutschen Bank auf „Neutral“ von vorher „Outperform“ zurückgestuft. „Obwohl die Deutsche Bank wieder zu schwarzen Zahlen zurückgekehrt ist und eine starke operative Entwicklung gezeigt hat, fehlt aus unserer Sicht die positive Überraschung“, hatte die HVB ihren Schritt erklärt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%