Lebhafte Resonanz
Kleine Börsengänge finden Interesse

Im Kielwasser des spektakulären Börsengangs des Hamburger Hafens wurden auch kleinere Debüts in den Fokus der Anleger gespült: Die geplanten Starts der chinesischen Asian Bamboo und der Bremer Mevis Medical Solution haben die Aufmerksamkeit von Investoren erregt. Die Gründe hierfür unterscheiden sich jedoch.

FRANKFURT. Der fulminante Börsenstart des Hamburger Hafens am vergangenen Freitag lässt auch das Interesse an den deutlich kleineren Emissionen steigen. Sowohl der chinesische Bambus-Produzent Asian Bamboo (DE000A0M6M79) als auch der Bremer Medizin-Software-Spezialist Mevis Medical Solutions fanden gestern gleich zu ihrer internationalen Roadshow bei Investoren reichlich Anklang (DE000A0LBFE4).

Dennoch könnten die Gründe für das Interesse unterschiedlicher nicht sein. Asian Bamboo kommt dabei als zweitem Börsenkandidaten aus dem Reich der Mitte an der Deutschen Börse von Haus aus ein besonderes Interesse zu, hat doch der Müllheizkraftwerk-Bauer Zhong De als erster Vertreter im Frühjahr ein überraschend gutes Debüt gefeiert. Das steigerte nicht nur das Interesse, sondern auch die Preise. 75 Mill. Euro will Asian Bamboo nach eigenen Angaben durch die Ausgabe von bis zu 5,6 Mill. Aktien erzielen. In Finanzkreisen ist sogar von einem Emissionserlös im dreistelligen Millionen-Bereich die Rede.

Grund dafür ist der rasante Wachstumsschub, den die Analysten des Konsortialführers Sal. Oppenheim bei Asian Bamboo im kommenden Jahr erwarten. Demnach soll der Umsatz, der im laufenden Jahr bei etwa 14 Mill. Euro erwartet wird, im kommenden Jahr auf 46 bis 47 Mill. Euro steigen. Der Jahresüberschuss soll in gleichem Maße von geschätzten 4,85 Mill. Euro in diesem Jahr auf 16 bis 17 Mill. Euro anwachsen.

Das Management um Vorstandschef Zuojun Lin gibt sich derweil zuversichtlich, dass die hohen Ziele auch erreicht werden können. „Wir haben die wesentlichen Voraussetzungen dafür bereits in die Wege geleitet“, sagt Zuojun Lin. Konkret meint er damit die neuen Absichtserklärungen für Bambusplantagen mit einer Fläche von über 10 000 Hektar (ha), die das Unternehmen vor kurzem unterzeichnet hat. Aktuell verfügt Asian Bamboo über eine Fläche von rund 5 000 ha, das sind knapp ein halbes Prozent der sehr zersplitterten chinesischen Bambus-Plantagen. Voraussichtlich von 8. bis zum 14. November soll die Zeichnungsfrist laufen, am 16. November ist dann die Erstnotiz geplant.

Am gleichen Tag soll auch die Mevis-Aktie im Premiumsegment Prime Standard starten. Das Unternehmen, das Software für die digitale Mammografie und andere Brustkrebs-Untersuchungsverfahren entwickelt, bietet seine knapp 780 000 Aktien zum Preis von 55 bis 65 Euro an. Das könnte dem Unternehmen bis zu 50,5 Mill. Euro an frischem Kapital in die Kasse bringen. Konsortialführer ist das Hamburger Bankhaus M.M. Warburg, zudem gehört die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) dem Konsortium an. Im vorbörslichen Handel wurden die Aktien gestern beim Börsenmakler Lang & Schwarz in einer Spanne von 59 bis 64 Euro gepreist.

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