Leerverkäufe: Hedgefonds wetten gegen die Metro-Strategie

Leerverkäufe
Hedgefonds wetten gegen die Metro-Strategie

Einen Tag nach der Aufspaltung haben mehrere Hedgefonds Leeverkaufswetten gegen Metro platziert – das betrifft sowohl das Geschäft mit Lebensmitteln als auch die Elektroniksparte. Doch Metro-Chef Olaf Koch hält dagegen.
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DüsseldorfDer Börsenstart der neuen Metro ist vollbracht: Die Ergebnisse am ersten Handelstag waren zwar nicht voll zufriedenstellend, doch immerhin ist Deutschlands einst größter Handelskonzern nach langem Hin und Her nun getrennt an der Börse. Der Lebensmittelhändler – mitsamt Supermarktketten und Großhandel – läuft weiter unter dem Namen Metro, während der Elektronikhändler Media Saturn künftig unter der Holding Ceconomy gehandelt wird.

Hedgefonds jedenfalls scheinen in diese Pläne nicht allzu großes Vertrauen zu haben. So haben bereits einen Tag nach der Aufspaltung mehrere Investoren mit Leerverkäufen auf bald fallende Kurse gesetzt. Gleich vier Hedgefonds wetten mit einem Volumen von jeweils mehr als 0,5 Prozent aller gehandelten Aktien gegen die Sparte der Elektronikhändler: Pelham Long Short Master Fund, Marshall Wace, Citadel Europe und Hengistbury Investment Partners. Das Gesamtvolumen der Leerverkäufe beträgt am Freitagnachmittag 3,22 Prozent der Aktien. Beim traditionellen Lebensmittelgeschäft finden sich drei Netto-Leerverkaufspositionen mit einem Gesamtvolumen von 3,51 Prozent der Aktien. Auch hier sind Marshall Wace, Pelham und Hengistbury investiert.

Bei Leerverkäufen leihen sich Investoren Aktien und verkaufen sie sofort. Sie hoffen, die Papiere bis zum vereinbarten Rückgabetermin billiger zurückkaufen und die Differenz als Gewinn einstreichen zu können. Wetten dieser Art sind zwar moralisch umstritten, jedoch zulässig. Wetten mit einem Volumen von mehr als 0,5 Prozent der Aktien müssen im Bundesanzeiger veröffentlicht werden.

Metro-Chef Olaf Koch hält dagegen. Er war in den vergangenen Monaten sichtlich bemüht, die Vorteile der Aufspaltung in den Vordergrund zu rücken. Womöglich als Zeichen des guten Willens kaufte Koch am Freitag Anteilsscheine der Lebensmittelsparte im großen Stil – im Wert von mehr als einer Million Euro. Eine Aktie kostete zu diesem Zeitpunkt 18,31 Euro – zum Handelsschluss nur einen Cent weniger.

Leonidas Exuzidis
Leonidas Exuzidis
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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