Leerverkäufe
Spekulanten attackieren Solaraktien

Hedge-Fonds haben es auf deutsche Solarkonzerne abgesehen. In keinem Sektor gibt es mehr Wetten auf fallende Kurse als in der Sonnenkraft-Branche. Die Unternehmen selbst sind daran nicht ganz unschuldig.
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DüsseldorfSie ist die größte Zockeraktie auf dem deutschen Markt, ja in ganz Europa: Q-Cells. Der Kurs rutschte zuerst bis auf 50 Cent ab, kletterte dann auf 1,10 Euro – ein Plus von mehr als hundert Prozent innerhalb weniger Tage. Doch die Freude währte nicht lange, inzwischen geht es wieder rasant abwärts.

Keine andere Aktie legte in den vergangenen Wochen eine solche Achterbahnfahrt hin wie Q-Cells. Und bei keiner anderen sind so viele Spekulanten am Werk, die auf fallende Kurse wetten, sogenannte Short-Seller.

Wie viele Wetten gegen ein Unternehmen laufen, lässt sich ablesen an der Zahl der ausgeliehenen Aktien. Wird eine Aktie verliehen, steckt dahinter oft ein Leerverkauf. Das funktioniert so: Der Besitzer der Aktie kassiert eine Gebühr fürs Verleihen. Derjenige, der sie ausleiht, meistens ein Hedge-Fonds, will sie eigentlich gar nicht haben. Er verkauft die ausgeliehene Aktie weiter, in der Hoffnung, sie später günstiger zurückkaufen zu können. Die Differenz ist sein Gewinn. Anschließend gibt er das Papier an den Ausleiher zurück.

Nach Angaben des Datenanbieters Data Explorer sind aktuell gut 45 Prozent aller Aktien von Q-Cells verliehen. Auch bei anderen deutschen Solaraktien ist die Ausleihquote hoch; wenn auch nicht ganz so extrem. Bei Wacker Chemie, einem Zulieferer der Branche, liegt sie bei knapp 15 Prozent, bei Solarworld sind es 13,75 Prozent, bei SMA Solar neun Prozent.

Die Short-Seller haben die Solaraktien bereits seit Anfang des Jahres im Visier. Bislang hat sich das ausgezahlt. Die Kurse der meisten Solaraktien sind in diesem Jahr massiv gefallen. Für Aktien von Solarworld haben sie Ende März noch knapp zwölf Euro bezahlt, jetzt sind die Papiere gerade mal drei Euro wert – ein Verlust von 75 Prozent. Ende September sah es so aus, als hätten die Kurse ihren Tiefpunkt erreicht, auch die Attacken durch Leerverkäufer schienen nachzulassen. Jetzt sind sie wieder zur Stelle.

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  • Heizenergie für einen 4 Personen Hsaushalt bei 150 m^2 und einem 100 kwh/m^2 Haus sind mit einer elektrischen Wärmepumpe (inkl Warmwasser) 5.200 kw/h (Jahresarbeitszahl 3,5)

    Ich komme damit für ein ganzes Haus mit 4 Personen auf ca 10.000 kwh Jahr inkl Heizung und Strom an Energiebedarf - und mit Strom, Warmwasser und Heizung ist das meiste im Haushalt abgedeckt.

    Und das ohne dass das Hauzs ein Passivhaus sein muss - sondern ein ganz normales saniertes mit 100 kwh/m^2/anno

    Was fehlt denn, was 10x mehr Energie verbraucht als Strom, Warmwasser und Heizung zusammen?

    Da bin ich aber mal gespannt.....

  • @WHornung:
    Strom macht den geringsten Teil des Energieverbrauchs aus! Es ist typisch für die gesamte Branche der Subventionsalternativen mit Augenwischerei zu operieren. Ich danke für Ihre Pseudobelehrung, die wieder einmal beweist, wie weit man sich von der Realität entfernt hat.

  • Das stimmt nicht.

    Für 20.000 bekommt man inzwischen ~ 9 kwp fertig installierte Leistung. Und die erzeugen im Jahr > 7.000 kwh - selbst an den schlechtesten Standorten bei einem schlechten Jahr (entspricht ~ 8% gemnittelte Leitsung bezogen auf peak) - also alles eher sehr konservativ gerechnet.

    Der Durchschnittsjahresverbrauch eines 2 Personenhaushaltes liegt bei ~ 3.000 kwh / Jahr.

    Wer also nicht gerade eine Marihuana Farm im Keller mit künstlichem Licht versorgt, kann mit einer 20.000 Euro Investition problemlos einen 5-6 Personenhaushalt komplett mit Strom versorgen - lediglich das Stromnetz muss man als Speicher gesehen werden, was es auch ist, zwar nicht physisch aber funktionell.

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