Legales Marihuana

Gras-Aktien begeistern Investoren

Marihuana gibt es jetzt auch als Aktie – nach der Legalisierung in einigen Bundesstaaten der USA stürzen sich nun Investoren auf die Droge. Die Aktien können lukrativ sein, bergen aber auch Schattenseiten.
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Ein Cannabis-Züchter kontrolliert seine Plantage im US-Bundesstaat Colorado. Seit die Droge in Teilen der USA legalisiert wurde, brummt das Geschäft mit dem „Gras“. Quelle: dpa

Ein Cannabis-Züchter kontrolliert seine Plantage im US-Bundesstaat Colorado. Seit die Droge in Teilen der USA legalisiert wurde, brummt das Geschäft mit dem „Gras“.

(Foto: dpa)

Die Legalisierung von Marihuana hat in den USA einen wahren Kaufrausch ausgelöst. Investoren stürzen sich auf alles, was mit der Droge zu tun hat. Verkauf und Konsum des Rauschmittels aus medizinischen Gründen sind inzwischen in 22 Bundesstaaten, sowie dem District of Columbia erlaubt. In zwei Bundestaaten darf Marihuana zudem auch ohne medizinische Indikation genommen werden. Das hat Gründer und Investoren gleichermaßen auf den Plan gerufen. 

„Wir reden hier über eine 50 bis 100 Mrd. Dollar-Branche, die gerade erst in den Startlöchern steht“, sagte Mike „Zappy“ Zapolin vor kurzem bei einer Konferenz. Mit Zappy Inc. hat er ein Unternehmen geschaffen, das sich Profite von der steigenden Popularität des Rauschmittels erhofft.

Es gibt mindestens 130 börsengehandelte Unternehmen, die von sich behaupten, im Marihuana-Geschäft tätig zu sein. Die meisten dieser Aktien notieren allerdings unterhalb von fünf Dollar pro Stück. Damit fallen sie gemäß der Definition der amerikanischen Börsenaufsicht SEC in den Bereich der „Penny-Stocks“. Viele dieser Niedrigaktien sind im potenziell sehr lukrativen, aber auch risikoreichen Freiverkehr zu finden.

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Legalisierung

Seit dem 1. Januar 2014 ist der Handel von Marihuana in den Bundesstaaten Colorado und Washington legal. In einem Referendum befürworteten die Bürger eine komplette Freigabe für Menschen über 21 Jahre. Das US-Bundesgesetz bewertet Marihuana aber weiter als Droge der gefährlichsten Kategorie und stellt es damit auf eine Stufe mit Heroin. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama wies die Bundesjustiz im vergangenen Jahr allerdings an, Marihuana-Konsumenten in Bundesstaaten mit einer Legalisierung nicht mehr zu verfolgen.

Barack Obama
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Stimmungsumschwung

US-Präsident Barack Obama hatte im Januar mit der Bemerkung für Aufsehen gesorgt, er halte Kiffen nicht für gefährlicher als das Trinken von Alkohol. Zugleich bezeichnete Obama, der in seiner Jugend selbst zum Joint griff, das Rauchen von Marihuana in einem Interview mit der Zeitschrift „The New Yorker“ aber als „schlechte Idee“ und „Laster“.

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Medizin

In 18 US-Bundesstaaten darf das Rauschmittel für medizinische Zwecke verwendet werden. Die medizinischen Bedingungen sind allerdings unterschiedlich streng. Während viele Staaten Marihuana nur bei Krebs und anderen schweren Erkrankungen erlauben, kann es in Kalifornien schon für Rückenschmerzen verschrieben werden.

Themenpaket US-Präsidentenwahl
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Was Banken dürfen

Im Februar 2014 steckte die Regierung in Washington einen engen Rahmen ab, in dem die Finanzinstitute Dienstleistungen für die Cannabis-Branche erbringen können. Die Banken müssen demnach genau darauf achten, dass ihre Kunden über die nötigen Lizenzen verfügen und sich an die gesetzlichen Auflagen halten. 

Dazu gehört unter anderem das Verbot, Marihuana an Minderjährige zu verkaufen oder mit Drogenkartellen zusammenzuarbeiten. Außerdem müssen die Banken den Behörden über ihre Marihuana-Geschäfte regelmäßig Bericht erstatten und „verdächtige Aktivitäten“ melden.

 

David Martinez
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Coffeeshops

Bisher konnten ihre Geschäfte nur in bar abwickeln. Die neuen Regeln würden „größere finanzielle Transparenz in der Marihuana-Industrie fördern“ und „die Gefahren reiner Bargeschäfte abschwächen“, begründete die Direktorin der Strafverfolgungsbehörde des Finanzministeriums, Jennifer Shasky Calvery, die neuen Richtlinien.

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Geldquelle

Per Volksentscheid legte Colorado die Steuern auf Cannabis fest: Im Großhandel beträgt die Abgabe 15 Prozent, im Einzelhandel zehn Prozent. Außerdem müssen Konsumenten die übliche Mehrwertsteuer von 2,9 Prozent entrichten. Allein im Januar flossen so 2,9 Millionen Dollar an Steuern und knapp 600.000 Dollar an Gebühren in die Staatskasse. „Der erste Monat des Marihuana-Verkaufs hat den Erwartungen entsprochen“, sagte die Leiterin der Steuerbehörde von Colorado, Barbara Brohl.

Mari Tweed
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Börsengang in Kanada

Tweed Marijuana Inc. ist der erste börsengehandelte Marihuana-Hersteller Kanadas. Die Aktie hatte beim Börsendebüt Anfang April im Vergleich zum Preis der am 7. März erfolgten Privatplatzierung 191 Prozent zugelegt. Sie kostete hier 2,59 Dollar. Bei der Privatplatzierung betrug der Preis 89 Cent. Ende August kostete die Aktie 2,29 US-Dollar.

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Brendan Kennedy, Vorstandschef bei Privateer Holdings, einem in die Marihuana-Branche investierenden Unternehmen, meidet diese Aktien. „Da steckt viel Schwindel und Scharlatanerie drin“, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Die meisten werden auf null zurückfallen.“

Hartgesottene Marihuana-Investoren lassen sich trotzdem nicht beirren. An einigen Tagen machen die Gras-Aktien 15 Prozent oder mehr des gesamten Handels mit Penny-Stocks aus, zeigen Daten der Handelsplattform OTC Markets. Zwischen September 2012 und dem 30. Mai dieses Jahres ist die Marktkapitalisierung dieser Aktien von 500 Millionen Dollar auf mehr als sieben Milliarden Dollar nach oben geschnellt.

Doch auch die Börsenaufsicht mahnt zur Vorsicht. Im vergangenen Jahr bildete die SEC eine Einsatzgruppe für Betrug mit Mikro-Aktien, deren Aufmerksamkeit schnell Marihuana-Firmen auf sich zogen. Ohne Namen zu nennen, empfahl die SEC im Mai, dass Investoren in jenem Bereich besser vorsichtig als gierig sein sollten.

„Betrüger nutzen oftmals die neuesten Entwicklungen, Technologien, Produkte oder Wachstumsbranchen aus – wie in diesem Fall Marihuana –, um Investoren mit dem Versprechen hoher Renditen anzulocken“, hieß es in einer Mitteilung der Behörde. Allein im laufenden Jahr hat die SEC bereits acht börsennotierte Marihuana-Firmen vom Handel ausgeschlossen.

Ausscheiden aus „persönlichen Gründen“
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