Leidenschaft der Milliardäre
Reiche Investoren reißen sich um Fußballclubs

Wer die Aktien der börsennotierten Fußballclubs in Europa auf Empfehlung seines Anlageberaters in den vergangenen Jahren gemieden hat, verpasste eine große Chance: Seit Anfang 2004 ist der DJStoxx-Fußballindex doppelt so stark gestiegen wie der DJStoxx 50-Aktienindex.

FRANKFURT. Für den Privatanleger ist Fußball als Wirtschaftsfaktor mit der Ratio nur schwer zu erfassen. Er muss bei seiner Analyse dieses boomenden Marktes vor allem berücksichtigen, dass Fußball Leidenschaft und Emotion pur ist. Denn auf dieser Basis investieren jene Superreichen in der Welt, denen es auf ein paar Millionen nicht wirklich ankommt. Die Abramowitschs, Glazers oder Berlusconis dieser Welt – Multimilliardäre mit Wurzeln in völlig unterschiedlichen Ländern und Kulturen – haben sich von der Faszination Fußball anstecken lassen, hohe Summen in die Clubs Chelsea London, Manchester United und AC Mailand investiert und so die Aktienkurse der an Börsen notierten Fußballclubs in die Höhe getrieben.

Inzwischen haben diese Investoren der ersten Stunde zahlreiche Nachahmer gefunden. Ihr Engagements in das simpel erscheinende Spiel auf dem grünen Rasen lassen sich die Superreichen dieser Welt Milliarden kosten, wovon vor allem die britische Premier League profitiert. Hierdurch wird Fantasie der Anleger entfacht, die von weiteren Übernahmen profitieren wollen. Nicht jeder kann das Interesse reicher Ausländer an britischen Clubs nachvollziehen. „Die meisten Clubs stehen auf der Kippe", sagt Harrods-Chef Mohamed Al Fayed, Eigentümer des FC Fulham. Er müsse jeden Monat ein bis zwei Millionen Pfund aus der eigenen Tasche zusteuern, um den Club am Leben zu erhalten, sagt er.

Noch scheinen die Finanzgrößen vor allem aus den USA jedoch daran zu glauben, dass ihnen die weltberühmteste Sportart, die in den Slums Brasiliens und den Armenvierteln im südafrikanischen Soweto gleichermaßen beliebt ist, hohe Erträge bringen wird. Sie wollen den Fußball in der Sport- und Mediengesellschaft der weltgrößten Volkswirtschaft positionieren, weil einige der heute dort beliebtesten Profisportarten Football, Baseball, Basketball und Eishockey Schwächen zeigen.

Nach Malcolm Glazer (Manchester United) ließ sich 2006 auch US-Milliardär Randy Lerner von der Faszination Fußball einfangen, als er den britischen Club Aston Villa kaufte. Jüngstes Beispiel für den Aufbruch des Fußballs in den USA ist der Wechsel von „Allstar“ David Beckham in die US-Profiliga MLS und das Interesse des Unternehmers Daniel Williams am Premiere-League-Club Blackburn Rovers.

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