Libor-Untersuchung
Barclays-Titel brechen ein

Spekulationen um Manipulationen bei Interbankensätzen haben Barclays Aktien am Donnerstag erheblich zugesetzt. Andere Bankenwerte gerieten in den Strudel. Für Barclays Chef Diamond steigt die Gefahr, gehen zu müssen.
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FrankfurtUntersuchungen über angebliche Manipulationen bei Interbanksätzen wie Libor haben Barclays an der Londoner Börse am Donnerstag einbrechen lassen. Die Titel sackten um über zehn Prozent auf 176 Pence ab und zogen auch eine Reihe anderer britischer Bankenwerte in den Keller. Royal Bank of Scotland, Lloyds und HSBC fielen um zwei bis über sechs Prozent.

Die andauernden Untersuchungen und Aussagen von Premierminister David Cameron, der im BBC dem Sender zufolge erklärte, das Barclays-Management werde im Zusammenhang mit den Untersuchungen eine Reihe von "ernsten Fragen" zu beantworten haben, belasteten die Aktien zusätzlich. Camerons Aussagen erhöhten das Risiko, dass Barclays Chef Bob Diamond seinen Hut nehmen müsste, erklärten Händler. Barclays hatte am Vortag der Zahlung einer Strafe zugestimmt.

Die Untersuchung konzentriert sich unter anderem auch auf die Deutsche Bank, Credit Suisse und die französische Societe Generale sowie die US-Großbank JP Morgan, die im vorbörslichen Handel in New York um 5,4 Prozent fielen. Die Aktien der Deutschen Bank verloren 4,2 Prozent, die von Societe Generale knapp drei Prozent, Credit Suisse knapp zwei Prozent.

Ein Händler in Frankfurt machte allerdings auch Unsicherheit vor dem EU-Gipfel in Brüssel für die Kursverluste verantwortlich. Viele Anleger fürchteten, dass im Falle eines Scheiterns des Gipfels die Renditen spanischer und italienischer Anleihen weiter steigen würden. "Das ist für die Banken dann auch extrem schlecht, daher will heute niemand Banken im Portfolio haben", erklärte der Händler.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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