Linde im Fokus
Aktie stürzt nach Gewinnwarnung ab

Die Aktien des Gaseherstellers Linde rauschen in die Tiefe – solch einen schweren Kurseinbruch gab es zuletzt vor fast zwei Jahrzehnten. Preiskürzungen und eine schwache Konjunktur machen dem Konzern zu schaffen.

FrankfurtDie Aktien der Linde AG haben am Dienstag ihren schwersten Kurseinbruch seit 17 Jahren verzeichnet. Einen vergleichbaren Kurssturz hatte es bei Linde zuletzt am 4. Januar 1999 gegeben. Die Aktie stürzte zeitweise um rund 14 Prozent ab.

Der Hersteller von Industriegasen hatte am Vorabend zum dritten Mal in etwas mehr als einem Jahr die eigenen Gewinnziele gesenkt. Das operative Konzernergebnis soll demnach 2017 zwischen 4,2 Milliarden Euro und 4,5 Milliarden Euro betragen, teilte der Konzern am späten Montagabend mit. Bisher lag die Spanne 300 Millionen Euro höher.
„Diese Warnung ist eine große Überraschung“, stellte Analyst Martin Rödiger von Kepler Cheuvreux in einer Studie fest. Rödiger senkte seine Anlageempfehlung von „Kaufen“ auf „Verkaufen“. Die Aktien des Wettbewerbers Air Liquide gaben in Paris um 3,8 Prozent nach.

Vor allem das Geschäft im Gesundheitssektor der Vereinigten Staaten trübt sich ein. Ab Januar kürzt die mit öffentlichen Mitteln finanzierte Krankenkasse Medicare die Entgelte für Sauerstoffgeräte für Patienten mit Atembeschwerden um rund ein Fünftel. Der Rückgang der im amerikanischen Gesundheitsmarkt erzielten Preise wird laut der Firmen-Mitteilung in den beiden kommenden Jahren deutlicher ausfallen als bisher von Linde erwartet. Etwa ein Viertel seines Konzernumsatzes erwirtschaftet das Unternehmen in Nordamerika.

Zudem hat Konzernchef Wolfgang Büchele seit seinem Amtsantritt im Mai 2014 mit sinkenden Ölpreisen zu kämpfen, die die Investitionen in der Branche belasten. Gleichzeitig schwächelt die Nachfrage in China.

„Die weltweite Industrieproduktion wird ab 2018 wieder Tempo aufnehmen und eine Erholung auslösen“, sagte Linde-Chef Büchele am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Anzeichen für einen Rückgang bei den Endabnehmern in den Kernmärkten gebe es nicht.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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