Aktien
Linde und BOC fest - Gerüchte um Kooperation, Dementi

Hartnäckige Gerüchte über eine Kooperation beim Industriegas-Geschäft haben am Montag Aktien von Linde und BOC gegen den Markttrend deutlichen Auftrieb verliehen. Die britische "Sunday Times" hatte über angebliche Fusionspläne berichtet.

dpa-afx FRANKFURT. Hartnäckige Gerüchte über eine Kooperation beim Industriegas-Geschäft haben am Montag Aktien von Linde und BOC gegen den Markttrend deutlichen Auftrieb verliehen. Die britische "Sunday Times" hatte über angebliche Fusionspläne berichtet. Ein Linde-Sprecher dementierte diese Pläne am Montagmorgen. Es habe kein Treffen und kein Gespräch zu diesem Thema gegeben, sagte er.

Linde-Aktien legten bis 10.00 Uhr um 1,59 Prozent auf 47,34 Euro zu und setzten sich damit an die Spitze des deutschen Leitindex; BOC gewannen in London 2,07 Prozent auf 888,00 Pence. Der Dax fiel zugleich um 0,23 Prozent auf 3 913,25 Punkte, der Ftse-100-Index um 0,12 Prozent auf 4 617,20 Punkte. Seit März 2002 arbeiten Linde und BOC bereits bei Luftzerlegungs- und Synthesegasanlagen zusammen. In der Branche wird bereits seit Monaten immer wieder über ein Zusammengehen der Unternehmen spekuliert.

Die Diskussion dürfte unter anderem deswegen wieder aufgekommen sein, weil es aus Sicht der Regulierungsbehörden die einzig mögliche Fusion bei Industriegasen sei, teilte Merrill Lynch in einem Kommentar mit. "Eine Fusion war unserer Meinung nach schon immer wahrscheinlicher als ein vollständiger Kauf", hieß es. Motivation für einen Zusammenschluss dürfte eine größere regionale Verbreitung sein. Auch Synergieeffekte dürften eine Rolle spielen. Wirklich nachvollziehbar seien diese Gründe jedoch nicht, urteilten die Analysten. Sie bestätigten BOC mit "Neutral".

Cheuvreux stufte dagegen Linde auf "Outperform" hoch. "Wir gehen davon aus, dass die Gerüchte über eine Fusion des Industrie-Gasegeschäfts beider Unternehmen wahr sind."

"Unter rein strategischer Betrachtung wäre ein Zusammenschluss durchaus sinnvoll", urteilte Analystin Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Sie bewerte Linde als einen "Nischenplayer" mit starker Präsenz in Europa und in den Vereinigten Staaten. Asien sei jedoch ein "weißer Fleck" - genau dort sei BOC die Nummer eins. "Eine Fusion würde also eine ideale Ergänzung darstellen", schrieb Stegemann. Sie sehe jedoch kartellrechtliche Probleme als Hindernis. Die Analystin bestätigte Linde als "Marketperformer".

Die Analysten von HVB Equity hoben das Kursziel für Linde von 48 auf 50 Euro. Sie erhöhten zudem die Gewinnschätzungen je Aktie für 2004 von 2,51 auf 2,71 Euro sowie für 2005 von 3,79 auf 3,91 Euro. Dabei bewerteten sie den kürzlich vollzogenen Verkauf der Kältetechnik-Sparte als positiv. Er schaffe Raum für neue Investitionen, hieß es.

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