Logistik-Aktien
Gewinnaussichten überraschen die Börse

Die hochgradig zyklische Logistik-Branche hat die Händler mit guten Gewinnaussichten überrascht. Zwar leiden Konzerne wie Fedex, TNT und Deutsche Post noch immer unter der Finanzkrise. Langfristig können sie aber vom Asiengeschäft profitieren.
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FRANKFURT. Aktien aus defensiven Sektoren sind bei den Investoren derzeit beliebte Spekulationsobjekte. Denn die Titel von Konzernen, die nicht direkt von der aktuellen Konjunkturlage abhängen, steigen stärker als der Gesamtmarkt. Täglich soll so laut Goldman Sachs mit Aktien von Telekommunikations- und Versorger-Unternehmen bis zu ein Prozent mehr Wertentwicklung möglich sein. Anlageexperten empfehlen daher, das Aktiendepot für das kommende Jahr 2010 auf defensive Strategien auszurichten. Im ersten Halbjahr 2010 sagt David Kostin von Goldman Sachs zwar noch einen Kursgewinn für zyklische Aktien im S&P-500 voraus. Aber "in der zweiten Hälfte von 2010 erwarten wir, dass defensive Sektoren besser laufen", schreibt der Experte.

Gegen den defensiven Anlagetrend für die kommenden Monate stiegen gestern unerwartet die Aktien der US-amerikanischen und europäischen Logistik-Konzerne. Die hochgradig zyklische Branche leidet zwar auch unter der Wirtschafts- und Finanzkrise. Wegen Kosteneinsparungen und einer starken Auslandsnachfrage vor allem aus Asien könnten Fedex, TNT und die Deutsche Post künftig wieder mit einem Gewinnwachstum rechnen.

Prompt erhöhte gestern der Logistiker Fedex seine Prognose für das zweite Quartal des seit Juni laufenden Geschäftsjahres 2009/2010. Dabei musste der Konzern noch in dem im Mai abgelaufenen vierten Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 einen hohen Einbruch von Umsatz und Gewinn verkraften. Damals belasteten Abschreibungen von rund einer Mrd. Dollar für die Kopier- und Druckdienstleistungs-Tochter Fedex Office und für Flugzeuge die Bilanz. Außerdem schlugen noch die jetzt erst wirksamen Sparmaßnahmen mit außerordentlichen Kosten von umgerechnet rund 100 Mio. Euro zu Buche. Für das Gesamtgeschäftsjahr 2009/2010 wagte der Konzern bisher keine Prognose. Experten gehen aber davon aus, dass die neuerliche Gewinnsteigerung vor allem Folge der Kostensenkung ist. Damit entstammt das Plus nicht dem Kerngeschäft und wird als nicht nachhaltig bewertet.

Gestern stieg die Fedex-Aktie wegen des überraschend positiven Ausblicks im nachbörslichen US-Handel um rund drei Prozent auf 90,19 Dollar. Der US-Konzern rechnet nun immerhin mit einem Gewinn je Aktie von 1,10 Dollar, umgerechnet knapp 0,75 Euro. Endgültig wird das Unternehmen seine Zahlen am 17. Dezember veröffentlichen. "Das ist schon das zweite Quartal in Folge, das Fedex bessere Ergebnisse vorlegt - damit verbessert sich auch die Stimmung für die Post", sagte ein Börsianer der Nachrichtenagentur DPA-AFX. Die Titel der Deutschen Post und des Logistikers TNT stiegen im Handelsverlauf ebenfalls.

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