Lukrative Aufnahme in Aktienindizes aber zunächst unwahrscheinlich
Nebenwerte glänzen mit Rekorderträgen

Auf der Suche nach aussichtsreichen Aktien werden Anleger auch abseits der bekannten Kursbarometer wie Deutscher Aktienindex (Dax), MDax oder SDax fündig. Der IT-Dienstleister Bechtle und der Kunststoffspezialist Centrotec zum Beispiel notieren im Prime Standard der Deutschen Börse und haben ihren Marktwert in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Die Aktien des Immobilienhändlers Vivacon haben am Geregelten Markt sogar rund 150 Prozent zugelegt. Analysten schätzen, dass diese Nebenwerte weiter glänzen.

DÜSSELDORF. Die drei Unternehmen verbindet auch, dass sie im Konjunkturabschwung nach 2000 jährlich Rekorderträge verbucht haben - fast unbemerkt von den Investoren. Aber deren Interesse könnte steigen, da weitere Rekorde erwartet werden.

Analyst Peter Thilo Hasler von der Hypo-Vereinsbank prognostiziert, dass Vivacon 2004 rund 4 Mill. Euro Gewinn erzielen und diesen 2005 mehr als verdoppeln wird. Er beziffert das Kursziel auf zehn Euro und empfiehlt die Aktie zum Kauf. Er könne sich sogar vorstellen, das Kursziel „bei einer positiven Geschäfts- und Börsenentwicklung auf 14 Euro anzuheben“. Das wäre ein Potenzial von etwa 60 Prozent.

Vivacon hat sich auf den Kauf sanierungsbedürftiger denkmalgeschützter Wohnimmobilien spezialisiert. Nach der Sanierung werden die Quartiere im Erbbaurecht an Kapitalanleger weiterverkauft, die Steuern sparen wollen. Vivacon fließen neben den Erlösen für die Gebäude stetig Erbbauzinsen zu. Da das Unternehmen Grundstückseigentümer bleibt, sammelt sich Substanz in der Bilanz. „Vivacon will neben neuen Rekordgewinnen auch in den SDax aufsteigen. Ich vermute, dass dafür die Geschäftsberichterstattung ab Juli 2004 von halb- auf vierteljährlich umgestellt wird“, sagt Hasler. Die Aufnahme in einen Aktienindex sichere ein größeres Interesse bei den Anlegern.

Auch beim Kunststoffspezialisten Centrotec erwarten die Experten weiter steigende Kurse. „Das Unternehmen hat Wachstumsfelder besetzt und entwickelt aussichtsreiche Produkte“, lobt Susanne Schwartze, Analystin bei M.M. Warburg und empfiehlt die Aktie zum Kauf. Centrotec verstehe es auch, strategisch geschickte Übernahmen zu realisieren und so das Produktportfolio zu erweitern.

Das Unternehmen produziert vor allem Plastikkomponenten für Heizungen und Klimaanlagen und profitiert vom steigenden Bedarf an Klimaregulierung in Gewerberäumen. Für einen Fondsmanager, der nicht namentlich zitiert werden will, ist Centrotec gar „ein Geheimtipp für Öko-Fonds“. Der Anlageprofi hatte auch Centrotec-Papiere kaufen wollen, will nun aber doch auf günstigere Kurse warten, weil „die Aktie schneller als angenommen nach oben geschossen ist“. Analystin Schwartze erklärt: „Centrotec kommt zunehmend auf den Radar institutioneller Investoren. Doch die Handelsvolumina sind noch zu gering, als dass Käufe und Verkäufe größerer Aktienpakete ohne riskante Kursschwankungen vonstatten gingen.“ Laut Vorstandsmitglied Alexander Kirsch will Centrotec das ändern: „Unser Ziel ist auf Sicht von zwölf Monaten der SDax.“

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