Luxusaktien
Anleger reißen sich um Brunello Cucinelli

Italiens Luxusgüter trotzen der Krise und finden weiter reißenden Absatz. Entsprechend gefragt sind die wenigen Aktien der Edelhersteller, die an der Börse notiert sind. Brunello Cucinelli hat davon profitiert.
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MailandDer italienische Kaschmir-Spezialist Brunello Cucinelli hat am Freitag ein brillantes Börsendebüt hingelegt: Der Aktienkurs des Edelherstellers aus Umbrien legte am ersten Handelstag in Mailand um 49 Prozent zu, und das, obwohl der Preis bereits am obersten Ende der Preisspanne angesetzt war.

Der Erfolg hatte sich bereits im Vorfeld abgezeichnet: Die Nachfrage nach den Papieren des kleinen, aber feinen Anbieters war so groß, dass sie nach wenigen Tagen 17-fach überzeichnet waren. Brunello Cucinelli, der Gründer und Vorstandschef des gleichnamigen Unternehmens, hat daher die Roadshow, mit der er die Investoren überzeugen wollte, frühzeitig abgebrochen. Den eigentlich für diesen Mittwoch geplanten Börsengang verlegte er um fünf Tage vor.

Das Interesse der Investoren an italienischen Luxusaktien ist ungebrochen. Kein Wunder, schließlich boomt die Branche auch in Krisenzeiten. „Die Anleger wollen in Luxusaktien investieren. Aber nur wenige der italienischen Mode-Unternehmen sind an der Börse notiert“, erklärt ein Mailänder Luxusanalyst das Dilemma. Auf die wenigen Titel, die man am Markt erwerben kann, stürzen sich dann die Investoren, wie die jüngsten Börsengänge aus Italiens Modewelt zeigen.

Das Mailänder Modehaus Prada hatte im vergangenen Jahr den Schritt an die Börse in Hongkong gewagt. Seitdem hat der Wert um rund die Hälfte zugelegt, auch wenn der Kurs zuletzt leicht nachgegeben hat. Prada wählte Hongkong, um näher an den wichtigen asiatischen Kunden und Investoren zu sein. Salvatore Ferragamo dagegen entschied sich im vergangenen Juni wie Cucinelli für die Mailänder Börse. Der Aktienkurs ist seit dem ersten Handelstag um mehr als die Hälfte geklettert.

Auch der Edelschuhhersteller Tod's, fast schon ein alter Hase an der Börse, kann sich über das bleibende Interesse der Investoren freuen. Seit Jahreswende hat der Aktienkurs des Unternehmens um rund ein Drittel zugelegt.

Die guten Nachrichten aus der Luxusbranche reißen nicht ab. Das gilt für die börsennotierten Häuser ebenso wie für jene, die noch in privaten Händen liegen. Erst vergangene Woche hat der Edelschneider Ermenegildo Zegna das beste Ergebnis seiner Geschichte vorgelegt. Zegna ist zwar selbst nicht börsennotiert, aber seit Freitag mit drei Prozent an Brunello Cucinelli beteiligt. Den Einstieg werten Beobachter als positives Zeichen für das Kaschmir-Unternehmen. Außer Zegna hat sich auch Benetton mit zwei Prozent beteiligt und auch der Gründer des börsennotierten Mode-Webportals Yoox, Federico Marchetti, ist nach Angaben von Cucinelli eingestiegen.

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