Machtkampf
Cordes Rückzug lässt Metro-Aktie stürzen

Der Machtkampf im Hause Metro wirkt sich negativ auf die Kurse des Handelskonzerns aus. Metro ist der schwächste Wert im Dax und verlor zwischenzeitlich mehr als sechs Prozent.
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DüsseldorfBis auf einen Wert von 31 Euro rutschten die Papiere des Handelskonzerns Metro am Montag ab. Das waren über sechs Prozent weniger als sie noch zum Handelsstart wert waren. Das Düsseldorfer Unternehmen ist damit das schwächste Glied unter den Dax-Werten.

Grund für den Verlust an der Börse ist der Rückzug von Konzernchef Eckhard Cordes. Der 60-Jährige hatte am Sonntag mitgeteilt, seinen bis Oktober 2012 geltenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Diesem Schritt vorausgegangenen waren interne Machtkämpfe. Der Vorstandsvorsitzende hatte den Rückhalt im Aufsichtsrat verloren. Als sich abzeichnete, dass es für seine Vertragsverlängerung im Gremium keine Mehrheit geben würde, zog er die Konsequenzen.

Warum Cordes nicht mehr mehrheitsfähig war, ist für die Analysten bislang unklar. "Dass interne Unstimmigkeiten einen respektierten CEO zum Rücktritt zwingen kann an rein persönlichen Dissonanzen liegen, aber sie könnten ebenso Ausdruck tiefer Gespaltenheit über die strategische und operative Ausrichtung des Konzerns zum Hintergrund haben", sagte Chris Hogbin von Sanford Bernstein der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Auch Jürgen Elfers von der Commerzbank hält die Verunsicherung der Anleger für den Grund der Kursverluste. "Der Machtkampf irritiert die Anleger. Außerdem ist nicht klar welche Strategie der Konzern zukünftig verfolgen wird." Cordes hat im November 2007 den Posten des Vorstandsvorsitzenden bei Metro angetreten, um ein Gewinnsteigerungsprogramm umzusetzen. Es sollte die Kosten des Handelskonzerns um 1,5 Milliarden Euro drücken. Weiterhin wollte er Kaufhof und Real verkaufen, was ihm aber bis heute nicht gelang.

Elfers von der Commerzbank ist der Meinung, dass Metro gut daran tut rasch einen Nachfolger für Cordes zu präsentieren. "Dieser muss dann seinen strategischen Weg möglichst schnell offenlegen, damit die Anleger wissen, was auf sie zukommt." Das wäre die beste Möglichkeit, um dem weiteren Verlust der Aktie entgegenzuwirken.

Elfers belässt seine Empfehlung für die Metro-Aktie vorerst auf "Halten", solange noch nicht klar ist, welche Folgen der Rückzug Cordes nach sich zieht. Von den acht Analysten, die heute neue Einschätzungen abgegeben haben, setzen sechs auf den Kauf der Aktie und zwei würden sie halten. Die Analysten sind alle bei ihren Empfehlungen geblieben, die sie schon vor Cordes Entscheidung ausgegeben hatten.

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