Märkte dürften mit Kursgewinnen auf Quartalszahlen reagieren
Aktienstrategen prognostizieren gute Dax-Berichtssaison

Die Berichte der Unternehmen beginnt. Die Dax-Firmen werden nach Einschätzung von Aktienexperten für erfreuliche Nachrichten an der Börse sorgen. Das könnte dem Dax weiter Auftrieb geben.

HB FRANKFURT. „Ich rechne damit, dass die Quartalsergebnisse der Dax-Firmen wieder gut bis sehr gut ausfallen werden. Die Märkte dürften darauf mit Kursgewinnen reagieren, wenn sie die wahrscheinlich gute Quartalssaison nicht schon vorwegnehmen“, sagt Christian Kahler, Aktienstratege bei der DZ Bank.

Auch Kollege Rolf Elgeti von ABN Amro in London zeigt sich zuversichtlich: „Die Quartalsergebnisse in Europa sollten in der Summe besser als erwartet reinkommen, allerdings wird es auch einige negative Überraschungen geben.“ Angesichts der anhaltend schwachen Nachfrage der Verbraucher nach neuen Fahrzeugen bleibe der Automobilbereich schwierig. „Auch die Fluggesellschaften tun sich schwer, die hohen Rohstoffkosten an die Kunden weiterzureichen“, sagt Elgeti.

Positive Überraschungen erwarte er dagegen aus dem Chemie- und Maschinenbausektor. In den vergangenen Wochen hatte eine ganze Reihe von namhaften Konzernen aus Europa und den USA - etwa Philips, Unilever, Coca-Cola, Intel und AMD - den Anlegern mit gesenkten Geschäftsprognosen zeitweise die Stimmung vermiest. Am Donnerstag wollte der Aluminiumkonzern Alcoa als erstes großes US-Unternehmen seinen Bericht zum abgelaufenen Quartal vorlegen.

Ölpreis belastet

Mit Argusaugen beobachten Börsianer weiter die Entwicklung des Ölpreises. Am Mittwoch waren die Terminkontrakte auf leichtes US-Öl auf ein Allzeithoch bei über 52 Dollar pro Barrel (Ein Barrel sind rund 159 Liter) gestiegen. In den vergangenen Monaten hat die Sorge der Anleger vor eine Abkühlung der Konjunktur durch die hohen Rohstoffpreise die Börsen weltweit belastet. Steigende Ölpreise erhöhen die Produktions- und Transportkosten der Unternehmen. "Das entscheidende Problem ist, dass viele Unternehmen mit steigenden Rohstoffkosten zu kämpfen haben und diese nicht an die Kunden weitergeben können“, sagt Elgeti.

Sein Kollege Kahler schätzt die Auswirkungen dagegen als eher psychologisch ein. Zum einen sei der hohe Ölpreis kein neuer Belastungsfaktor, so dass sich die Börsen gewissermaßen schon daran gewöhnt hätten. So zeigte sich der Dax in den vergangenen Tagen unbeeindruckt von neuen Rekordpreisen bei dem wichtigen Rohstoff und legte mehr als vier Prozent zu. „Zum anderen hat man erkannt, dass die fundamentalen Auswirkungen zu vernachlässigen sind und das ganze eher psychologische Auswirkungen hat“, urteilt Kahler.

US-Wahl sorgt für Unsicherheit

Im ersten Halbjahr hatten die Investoren die solide Geschäftsentwicklung der Unternehmen noch weitgehend ignoriert. Damals seien die Erwartungen des Marktes sehr hoch gewesen, erläutert Carsten Klude von MM Warburg. „Möglicherweise sind diese jetzt nicht mehr so hoch, und die Quartalsberichte könnten dem Markt Auftrieb geben“, ergänzt er.

Auch die günstige Bewertung der Aktienmärkte vor allem in Europa spreche für weitere Kursgewinne. „Das Problem ist aber: Wenn der US-Markt nicht läuft, können wir noch so günstige Bewertungen haben, dann nützt uns das auch nichts“, unterstreicht Klude. Einen Unsicherheitsfaktor stellen Börsianern zufolge zudem die US-Präsidentenwahlen am 2. November dar. Bis dahin dürften sich zahlreiche Anleger mit größeren Engagements zurückhalten, sagt Aktienstratege Elgeti.

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