MAN-Aktie
Im Visier der Spekulanten

Der Dax stagniert, doch eine Aktie stemmt sich gegen den Trend: MAN. Die Papiere des Lastwagenbauers springen deutlich nach oben. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Volkswagen könnte über seine Tochter Scania MAN übernehmen, heißt es in Medienberichten. Aus Sicht der Anleger offenbar sehr realistisch – sie greifen zu.
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HB FRANKFURT. Die MAN-Aktien klettern um mehr als acht Prozent auf 89,10 Euro, während der Dax auf der Stelle tritt. Auf Dreimonatssicht steht damit ein Plus von mehr als 20 Prozent zu Buche. Hinter VW Und BMW ist MAN in diesem Jahr der drittbeste Dax-Wert.

Europas größter Autohersteller Volkswagen, der an beiden Lkw-Bauern maßgeblich beteiligt ist, will einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" zufolge über Scania MAN übernehmen. Laut internen Planungen sei beabsichtigt, dass VW seine MAN-Anteile an Scania übertrage. Die Schweden sollten dann den übrigen MAN-Aktionären ein Angebot unterbreiten und so den deutschen Dax-Konzern schlucken. Ein pikantes Vorhaben: Schließlich hatte MAN 2006 selbst versucht, Scania zu übernehmen, war aber am Widerstand aus Schweden und der VW-Zentrale in Wolfsburg gescheitert.

Anders als die Investoren reagierten die Analysten zunächst zurückhaltend auf die Berichte. Die Commerzbank etwa beliße die MAN-Aktie auf "Hold" mit einem Kursziel von 80,00 Euro. Die vom "Spiegel" berichtete Überlegung von Volkswagen, MAN über die VW-Tochter Scania zu kaufen, sei die geschickteste Lösung für VW, um einen integrierten Lkw-Konzern zu schaffen, schrieb Analyst Daniel Schwarz in einer aktuellen Studie. "Vor allem dann, wenn dies teilweise über eine Kapitalerhöhung über Scania-B-Aktien finanziert würde." Er rechne jedoch zunächst nicht damit, dass ein integrierter Lkw-Konzern kurzfristig geschaffen werde. VW sei derzeit vielmehr auf die Integration von Porsche konzentriert.

Von den Autobauern selbst hieß es, man lote ein engeres Zusammenrücken aus. Die Gespräche hätten gezeigt, dass eine volle Realisierung von Synergien nur durch eine Kombination der beiden Unternehmen erreicht werden könne, teilte Scania am Montag mit. Zwei mit den Vorgängen vertraute Personen sagten Reuters, die beiden Konzerne redeten über Möglichkeiten für eine gesellschaftsrechtliche Verflechtung. "Zum gegenwärtigen frühen Zeitpunkt ist weder ein Ergebnis der Diskussionen absehbar noch eine Entscheidung gefallen", teilte MAN mit.

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