MAN, Lufthansa und Siemens werden favorisiert
Analysten hoffen auf Impulse für Industrieaktien

Während sich die Ökonomen streiten, ob Mehrarbeit zu mehr Beschäftigung führt oder nicht, sind sich die Analysten einig: Kurzfristig schlägt sich die Mehrarbeit vor allem in den Bilanzen der Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) nieder.

HB DÜSSELDORF. Mehr als 100 deutsche Unternehmen denken zurzeit darüber nach, ihre Lohnkosten über längere Arbeitszeiten zu senken, oder haben es bereits getan. Fünf Stunden arbeiten die 4 000 Siemens-Mitarbeiter in Kamp-Lintfort und Bocholt künftig länger. In Sindelfingen schaffen die Mercedes-Entwickler künftig 40 Stunden in der Woche. Und Karstadt-Quelle liebäugelt sogar mit der 42-Stunden-Woche. Diese soll sich besonders in den Unternehmens-Bilanzen niederschlagen, so die Analysten. Und zwar „in Form von Gewinnen“, sagt Holger Fahrinkrug, Analyst bei der UBS.

Und steigende Unternehmensgewinne sind Schmiermittel für die zuletzt lahmenden Aktienkurse, egal ob die Firmen diese einbehalten, ausschütten oder über niedrigere Preise an ihre Kunden weitergeben und damit wettbewerbsfähiger sind. „Am stärksten profitieren Unternehmen des produzierenden Gewerbes“, sagt Andreas Scheuerle, Volkswirt bei der Deka-Bank, „vor allem, weil diese traditionell exportorientierten Unternehmen gegenüber ihren ausländischen Wettbewerbern konkurrenzfähiger werden.“

In einer Studie, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, errechnet Aktienstratege Bernd Janssen von UBS, dass bei einer Senkung der Lohnstückkosten um zwei Prozent der Gewinn vor Steuern bei den Dax-Unternehmen Volkswagen (VW), Thyssen-Krupp und MAN jeweils um mehr als elf Prozent steigen würde (siehe Grafik). Nach wie vor beschäftigt die traditionelle Industrie die Mehrheit ihrer Mitarbeiter im Inland, damit scheint auch das Einsparpotenzial am größten.

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