Management greift beim US-Autohersteller drastisch durch
Analysten schöpfen Hoffnung bei Ford

Die Aktie des zweitgrößten amerikanischen Autoherstellers Ford hat schwere Zeiten hinter sich – doch Ford-Fahrzeuge zählen noch immer zu den zuverlässigsten auf dem Markt. Das hat eine Studie der Marktforschungsgesellschaft J.D. Power and Associates ergeben. Entsprechend zuversichtlicher zeigen sich nun viele Analysten – auch, weil der Konzern nach der Krise harte Maßnahmen ergriffen hat.

HB HOUSTON. Die Forscher befragten mehr als 50 000 Besitzer von drei Jahre alten Autos und Trucks nach ihren Erfahrungen mit den Fahrzeugen. Dabei ergaben sich im Schnitt 237 Probleme pro 100 Autos. Ford erzielte in fünf Kategorien die besten Ergebnisse und brachte es insgesamt auf 231 Probleme je 100 Wagen. Damit schnitt der Konzern aus Michigan besser ab als die meisten deutschen Konkurrenten wie Mercedes (283) und Volkswagen (335).

US-Analysten fassen ebenfalls langsam wieder Vertrauen zu ihrem Sorgenkind: Bank of America und Deutsche Securities belohnten Ford jetzt mit verbesserten Aktienurteilen. Statt Verkauf lauten beide Empfehlungen nun auf „Halten“ – für das Unternehmen durchaus bedeutend, denn Ford kämpft nach wie vor auf dem Heimatmarkt mit massiven Absatzproblemen. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hatte jüngst die Kreditwürdigkeit Ford auf Ramschstatus herabgesetzt.

Um nach dem Ruf auch den Konzerngewinn wieder zu restaurieren, greifen die Ford-Manager zurzeit zu drastischen Maßnahmen. Bis Anfang Oktober sollen weitere 1700 Stellen in Nordamerika eingespart werden – etwa fünf Prozent der gesamten Belegschaft –, nachdem bereits im April knapp 1000 Mitarbeiter gehen mussten. Auch in Deutschland könnten Kürzungen folgen. Außerdem werden die Bonuszahlungen für leitende Angestellte weltweit gestrichen.

Analysten bewerten das entschlossene Handeln bei Ford positiv. „Die Fundamentaldaten in der gesamten Branche bleiben schlecht, aber das Durchgreifen der Geschäftsleitung sollte das Abwärtspotenzial für die Aktien in nächster Zukunft beschränken“, sagt Ronald Tadross from Bank of America. Sein Kollege Michael Bruynesteyn von der Prudential Equity Group schätzt die jährlichen Ersparnisse für Ford allein durch diese Stellenstreichung auf rund 170 Mill. Dollar.

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