Manager des Fortis-Portfolios setzt konsequent auf lang laufende Anleihen, warnt aber vor kurzfristigen Rückschlägen
Euro-Rentenfonds spielen hohe Renditen ein

Überraschend freundliche Arbeitsmarktdaten in den USA bestärken viele Experten in ihrer Meinung, dass Notenbank-Chef Alan Greenspan die anspringende Konjunktur schon bald dazu nutzen könnte, die extrem niedrigen Geldmarktzinsen wieder Schritt für Schritt nach oben zu hebeln.

HB HAMBURG. Frühjahr 2004: An den weltweiten Ren-tenmärkten grassiert die Furcht vor Kursverlusten. Speziell Langläufer gelten deshalb als ein Investment, um das sicherheitsbewusste Anleger besser einen Bogen schlagen.

Es kam ganz anders. Zwar drehte Alan Greenspan seit Juni 2004 insgesamt achtmal an der Zinsschraube. Die Rentenmärkte ließ das jedoch kalt, Langläufer erzielten zwischenzeitlich sogar beträchtliche Kursgewinne. Wer sich damals mutig gegen die Mehrheitsmeinung stellte, konnte folglich ganz ohne Währungsrisiken zweistellige Renditen erzielen. Das bestätigt der Zwölf-Monats-Vergleich von auf Euro-Anleihen beschränkten Rentenfonds: Im Durchschnitt erzielten die 283 Angebote dieser Kategorie ein Plus von 10,09 Prozent, der Fortis Bond Long Euro Classic der belgisch-niederländischen Fortis Bank kam sogar auf 19,33 Prozent.

Das Spitzenergebnis wurde mög-lich, weil Fortis-Manager Frederic Mackel zahlreiche Anleihen mit 30jähriger Laufzeit im Portfolio hält und zudem sehr flexibel auf Marktveränderungen reagiert. So reduzierte er zwar im Frühjahr 2004 zunächst die mittlere Kapitalbindungsdauer (Fachwort: Duration) seines Portfolios, fuhr diese Kennzahl aber noch im Laufe des zweiten Quartals wieder hoch. „Die Reaktion des Marktes auf die bevorstehende Zinswende erschien uns damals übertrieben“, schildert Mackel die Hintergründe für diese sich später als richtig herausstellende Entscheidung.

Seit Anfang Juni sinkt die Dura-tion und liegt aktuell bei 11,2 Jahren. „Die Rating-Abstufung der Firmenanleihen von Ford und General Motors hat eine Flucht in sichere Staatstitel ausgelöst und deren Renditen damit auf ein Niveau gebracht, das nicht gerechtfertigt war“, begründet der Fortis-Manager seine etwas vorsichtigere Haltung und die jüngsten Kursverluste bei Langläufern. Dabei warnt Mackel ausdrücklich vor weiteren Korrekturen: „Gemessen an den mittelfristigen Konjunkturaussichten sind die Renditen für Euroland-Anleihen noch immer zu niedrig

.“

Sollte Mackel mit dieser Ein-schätzung Recht behalten, können sich möglicherweise in den kom-menden Monaten einige der aktuellen Tabellen-Schlusslichter wie der CS Bond Fund (Lux) Tops (EUR) wieder etwas besser in Szene setzen. Bei diesem mehr als eine Milliarde Euro schweren, aber bislang vorwiegend in der Schweiz vertriebenen Fonds darf die Duration generell nicht über drei Jahre hinausgehen. In den vergangenen zwölf Monaten schwankte sie sogar nur zwischen 0,5 und 1,5 Jahren. Vor diesem Hintergrund zeigt sich CS-Produktmanager Thomas Albert mit den bislang erzielten Ergebnissen „nicht unzufrieden“.

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