Mangel an Sonderangeboten schreckt Kunden ab – Umsatz deutlich schwächer als erwartet
Flaues Weihnachtsgeschäft belastet Wal-Mart-Aktie

Investoren, die bei der Wal-Mart-Aktie eine Weihnachtsrally erwartet haben, werden in diesem Jahr enttäuscht werden. Die weltgrößte Einzelhandelskette hat den traditionellen Start in die Shopping-Saison in den USA gründlich verpatzt und warnte, dass der Umsatzzuwachs zum Jahresende deshalb geringer ausfallen werde, als erwartet.

SAN FRANCISCO. Schon die Verkaufszahlen für November waren vergleichsweise niedrig: Der Konzern erzielte nur 0,7 Prozent mehr flächenbereinigten Umsatz als im entsprechenden Vorjahresmonat – Analysten hatten aber ein Plus von zwei bis vier Prozent erwartet.

Auch die Prognosen für Dezember sind mäßig: Hier sagt Wal-Mart ein Umsatzplus von ein bis drei Prozent voraus. Im vergangenen Jahr waren es im Dezember noch 4,3 Prozent gewesen. Analyst Robert Drbul vom Investmenthaus Lehman Brothers, reduzierte das Zwölfmonatskursziel nach den schlechten Nachrichten prompt von 67 auf 60 Dollar. „Die guten Gewinnmargen bei Wal-Mart werden die Umsatzeinbußen zwar etwas abfedern, aber ein niedrigeres Kursziel ist realistischer“, sagt Drbul, der das Wertpapier als „Neutral“ einstuft. Der Aktienkurs sank nach Bekanntgabe der niedrigen Verkaufszahlen um 4 Prozent. Damat liegt die Aktie nahe am Zwölfmonatstief von 50,50 Dollar.

Ursache für die mangelnde Kauflust war die Tatsache, dass Wal-Mart in diesem Jahr keine Super-Sonderangebote zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts nach dem Thanksgiving-Wochenende Ende November hatte. „Das hat viele Kunden verstimmt“, sagt Daniel Barry, Analyst beim Investmenthaus Merrill Lynch. Und nicht nur das: Da Konkurrenten wie die Target Corp. mit einem attraktiveren Sortiment aufwarteten, erwartet Britt Bremer, Chairman der Marktforschungsgesellschaft American Research Group, nicht, dass Kunden in den nächsten Wochen zu Wal-Mart zurückkehren. Der Einzelhandelsriese aus Bentonville, Arkansas, will nach dem langsamen Start nun mit starken Sonderangeboten aufholen und hat die Preise bei den 24 beliebtesten Waren, wie etwa einem tragbaren DVD-Spieler und elektronischem Spielzeug, bis zu einem Drittel gesenkt.

Doch der niedrige Aktienkurs ist nicht allein mit zwei schlechten Verkaufswochen zu erklären. Im dritten Quartal, in dem Wal-Mart insgesamt ein Umsatzplus von 9,7 Prozent auf 68,5 Mrd. Dollar erzielte, lag der Zuwachs aus den bisher existierenden Geschäften im Vergleich zum Vorjahr bei 1,7 Prozent und damit deutlich unter den Erwartungen von drei bis fünf Prozent. Der Gewinn aus dem operativen Geschäft lag bei 2,29 Mrd. Dollar. „Die vergleichsweise hohen Benzinpreise reduzieren die Dollar in den Taschen der Zielkundschaft“, sagt Filippe Goossens, Analyst beim Investmenthaus Credit Suisse First Boston, der aber anmerkt, dass die Benzinpreise dem Konkurrenten Target nicht so viel auszumachen scheinen. Positiv bewerten Analysten dagegen Wal-Marts Brutto-Margen, die in zwölf der vergangenen 13 Quartalen gestiegen sind, ohne dass der Discounter die Preise angehoben hat.

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