Markt für Börsengänge
Privatisierung in Indien belebt IPO-Markt

In Indien könnte die fortschreitende Privatisierung den Markt für Börsengänge wieder beleben. Die Regierung in Neu-Delhi plant den Verkauf von bis zu zehn Prozent der Anteile an Bharat Sanchar Nigam (BSNL), der größten Telekomgesellschaft des Landes.

Bloomberg BOMBAY. Durch das Aktienlistung will die Regierung bis zu zehn Mrd. Dollar (6,6 Mrd. Euro) erlösen, sagte BSNL-Chef Kuldeep Goyal. Auch NHPC, der größte Wasserkrafterzeuger Indiens, hat in der abgelaufenen Woche einen Antrag auf Privatisierung eingereicht.

Im bisherigen Jahresverlauf haben in Indien so wenige Unternehmen den Gang an die Börse gewagt wie zuletzt 2005. Konzerne wie Reliance Infratel - ein Unternehmen des Investors Anil Ambani - und Emaar MGF Land sagten geplante Börsengange (IPOs) wegen der schlechten Stimmung am Aktienmarkt ab. Im ersten Halbjahr 2008 war das Börsenbarometer Sensitive Index um mehr als ein Drittel gefallen. Einen derart schlechten Start hatte der indische Leitindex zuletzt 1979 erlebt.

"Die Investoren finden Trost bei den IPOs aus dem öffentlichen Sektor", sagte Ravi Sardana, Senior Vice President bei ICICI Securities. "Unternehmen wie BSNL haben einen guten Namen, und die Börseneinführungspreise sind vernünftig." BSNL-Finanzchef S.D. Saxena bezifferte den Unternehmenswert seines Konzerns auf rund 100 Mrd. Dollar. Damit ist BSNL ein wahrer Branchenriese: Der angegebene Wert übertrifft die gemeinsame Marktkapitalisierung der drei größten börsennotierten Telekom-Gesellschaften Indiens, Bharti Airtel, Reliance Communications und Idea Cellular um ein Drittel.

Indiens Regierung muss sich bei den geplanten Börsengängen noch mit den Gewerkschaften einigen. Die Regierung lockt mit dem Angebot, dass jeder der 300 000 Beschäftigten 500 BSNL-Aktien zum Stückpreis von zehn Rupien (16 Euro-Cent) beziehen kann.

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