Markt für Geldautomaten wächst kräftig – Gute Gewinnaussichten für 2005
Ausstieg der Wincor-Investoren lässt Aktienexperten kalt

Sucht man derzeit nach einem Vorzeigeprojekt für das Geschäft mit Börsengängen, landet man schnell beim Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf. Seit die Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Goldman Sachs (GS) die ehemalige Siemens-Gesellschaft im Mai 2004 an die Börse gebracht haben, konnten Anleger Kurssteigerungen von mehr als 40 Prozent verzeichnen.

FRANKFURT/M. Den vorläufigen Höhepunkt für die beiden Finanzinvestoren bildete der Verkauf ihrer restlichen Wincor-Anteile in Höhe von 33,61 Prozent vergangene Woche. Hatten sie für den Börsengang noch die Zeichnungsspanne noch von 50 auf 41 Euro nach unten korrigieren müssen, erzielten sie mit 60 Euro pro Aktie nun einen satten Gewinn. Aktuell steht das Papier des Paderborner Unternehmens bei rund 61 Euro.

Börsenanleger sollten den Ausstieg der beiden Gesellschaften jedoch nicht als Alarmsignal werten, sagt Ansgar Rauch, Analyst der Norddeutschen Landesbank. Der Ausstieg von KKR und GS habe sich schon länger abgezeichnet. Er empfiehlt das Papier, für das er einen fairen Wert von 72,50 Euro errechnet, zum Kauf. Mehrere Gründe sprechen nach Rauchs Einschätzung für das Kurspotenzial von annähernd 20 Prozent.

Zum einen verzeichne der Markt für Geldautomaten und Kassensysteme weltweites Wachstum. Zwar habe Wincor in Deutschland während des ersten Quartals Umsatzeinbußen in Höhe von sieben Prozent hinnehmen müssen. „Das Unternehmen hat sich jedoch rechtzeitig auf internationale Märkte konzentriert,“ sagt Rauch. Die Umsatzzuwächse in Amerika betrugen 30, in den Regionen Asien, Pazifik und Afrika 20 Prozent. Trotz der Dollarschwäche haben die Paderborner ihre Gewinnprognosen für das Geschäftsjahr schon jetzt von acht auf zwölf Prozent nach oben korrigiert.

Rauch sieht diese Ziele als gut realisierbar an. Denn auch innerhalb des Marktes für Geldautomaten und Kassensysteme bestehe Potenzial. „Langfristig werden wenige Anbieter das Geschäft unter sich aufteilen,“ sagt der Analyst. Neben Wincor sieht er Diebold und NCR als Gewinner einer sinkenden Zahl von Mitbewerbern. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der drei Anbieter für 2005 erscheine mit Werten zwischen 17,5 und 27 relativ hoch. Im Hinblick auf die zu erwartenden Wachstumsaussichten für 2006 sei Wincor mit einem KGV von 16,5 jedoch einen Kauf wert.

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