Marktbarometer S&P 500
US-Aktien profitieren von der Trendwende bei den Zinsen

Fallende Rohstoffpreise und das Ende der Zinserhöhungen verhelfen den Aktien in den Vereinigten Staaten zum besten dritten Quartal seit 1997. Seit Anfang Juli hat der Standard & Poor’s 500 Index 3,5 Prozent zugelegt. Vor allem bei Computerwerten greifen Investoren wieder zu.

HB NEW YORK. Der weltweit drittgrößte Softwarekonzern Oracle und der weltgrößte Netzwerkanbieter Cisco Systems führten die Gewinnerliste an und kletterten 21 Prozent beziehungsweise 17 Prozent. Die Aktienkurse der Technologiekonzerne erlebten eine Rally, da „Befürchtungen im Hinblick auf eine deutlich höhere Inflation und eine Rezession zurückgingen“, sagt Ed Keon, leitender Aktienmarktstratege bei Prudential Equity Group LLC in New York.

Die Technologieaktien im Standard & Poor’s 500 Index haben in den laufenden drei Monaten 6,1 Prozent gewonnen und seit Mitte August 9,3 Prozent. Sie weisen damit die beste Wertentwicklung der zehn Branchengruppen im US-Leitindex auf. Im ersten Halbjahr 2006 waren sie noch das Schlusslicht.

„Nachdem klar wurde, dass die Fed ans Ende ihrer Zinserhöhungen kommt, wurden die Investoren risikofreudiger“, erklärt Lawrence Creatura, Vermögensverwalter bei Clover Capital Management in Rochester, New York. „Das Problem ist allerdings, dass das nächste Jahr voraussichtlich nicht so viel versprechend wird.“ Auch wenn die Computerwerte in den letzten Wochen kräftig zugelegt haben, ist es ihnen nicht gelungen, die Nahrungsmittel-, Pharma- und Haushaltsgerätehersteller für das gesamte Quartal von Rang eins zu verdrängen. Für die Pharmakonzerne ging es seit Anfang Juli 8,9 Prozent aufwärts, angeführt von Pfizer mit einem Kursgewinn in Höhe von 20 Prozent.

Die Fed beließ die Leitzinsen am 8. August unverändert bei 5,25 Prozent, nachdem sie die Zinsschraube bei den 17 Sitzungen davor jeweils um einen Viertel Prozentpunkt angehoben hatte. Auch letzte Woche wurde das Zinsniveau nicht hochgesetzt, denn das US-Arbeitsministerium hatte bekannt gegeben, dass sich die Preissteigerung verlangsamte.

Für gute Stimmung sorgte der Rückgang der Rohstoffpreise. Seit dem Rekordhoch Mitte Juli ist der Ölpreis um 23 Prozent gefallen. Daher zählten die Aktien von Rohstoffproduzenten – die größten Gewinner im ersten Halbjahr – in den letzten Monaten zu den größten Verlierern.

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