Marktführer im Parfümerie- und Buchhandel lässt Konkurrenz in Deutschland weit hinter sich
Douglas besitzt hohes Potenzial

Von der Flaute im deutschen Einzelhandel ist in der Hagener Douglas Holding kaum etwas zu spüren. Während der heimische Handel im vergangenen Jahr durchschnittlich 1,6 Prozent seiner Umsätze abgab, wuchsen die Geschäfte des im MDax notierten Fachhandelskonzerns um stattliche 2,9 Prozent.

DÜSSELDORF. Noch deutlicher setzten sich die Westfalen im Weihnachtsgeschäft von den Verfolgern ab. Während die Konkurrenz über kräftige Umsatzeinbrüche klagte, glänzte Douglas im Jahresschlussquartal mit einem Plus von 4,3 Prozent. Und die Erfolgsgeschichte wird sich im laufenden Jahr fortsetzen. Um vier bis sechs Prozent sollen die Erlöse wachsen, versprach Vorstandschef Henning Kreke Anfang 2005, ohne seine Prognose seitdem zu korrigieren. Sollte das Unternehmen dabei den angepeilten operativen Ertrag (Ebita) von 114 bis 116 Mill. Euro schaffen, entspräche dies einer Marge von fast fünf Prozent – selbst im Vergleich zu Aldi könnte sich Douglas damit sehen lassen.

„Douglas bleibt für uns der Top Pick im deutschen Einzelhandel“, urteilt Handelsexperte Christian Schindler von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Mit einem Kursanstieg von 14 Prozent seit Jahresbeginn steht der auf Fachgeschäfte spezialisierte Handelskonzern sogar besser da als die Metro, die international mit großflächigen Fachmärkten antritt. Deren Aktie kam im selben Zeitraum lediglich auf ein Plus von elf Prozent. Überflügelt wird Douglas nur vom Karstadt-Quelle. Das Papier des Warenhauskonzerns war allerdings ausschließlich durch Zukäufe des Großaktionärs Schickedanz und die damit zusammenhängenden Spekulationen getrieben. Ähnlich erfolgreiche Geschäftszahlen wie Douglas können die Essener nicht vorweisen.

Das Zukunftspotenzial von Douglas ist beachtlich. Die gleichnamigen Parfümerien, die 57 Prozent des Konzernumsatzes stemmen, sind in Deutschland mit einem Marktanteil von 33 Prozent von Konkurrenten kaum zu schlagen.

Zudem stammt 39 Prozent des Parfümerieumsatzes aus dem Ausland, und der Anteil soll auf 50 Prozent ausgebaut werden. Die Abhängigkeit vom schwachen Inlandsmarkt schwindet damit zunehmend. Mit einem Marktanteil von zwölf Prozent sind die Douglas-Parfümerien europäischer Marktführer, gefolgt von Marionnaud und Sephora mit jeweils zehn Prozent. Dass sich der französische Wettbewerber Marionnaud seit dem Einstieg des finanzkräftigen Hutchison-Whampoa-Konzerns aus Hongkong vor wenigen Monaten wieder auf Expansionskurs befindet, dürfte dem Douglas-Management aber kaum gefallen. Erst vergangene Woche verstärkten sich die Hagener durch den Zukauf von 150 Elytis-Parfümerien in Frankreich, um dem Verfolger das Geschäft zu erschweren. Doch das Risiko, dass Marionnaud mit Hilfe von Hutchison den deutschen Markt betreten könnte, ist damit nicht gebannt. Dies würde, sagt Gregoire Majoros von der BHF-Bank, „eine reale Bedrohung für die Margen und den Aktienkurs von Douglas“ darstellen. Der Handelsexperte rät dennoch zum Kauf.

Um das Risiko zu streuen, stärkt Douglas gleichzeitig sein Buchgeschäft. Vor allem durch Zukäufe hat sich die Konzerntochter Thalia in Deutschland mit einem Marktanteil von sechs Prozent zum Branchenprimus entwickelt – im Buchhandel ein entscheidender Erfolgsfaktor. Denn während die Verkaufspreise branchenweit festgeschrieben sind, sind die Einkaufspreise bei den Verlagen verhandelbar. Je größer das georderte Volumen, desto größer ist auch der Rabatt – und damit die Gewinnmarge.

Und weiteres Akquisitionskapital ist vorhanden. Zum Ende des Geschäftsjahres 2003/04 (30.9.) verfügte Douglas über Kapitalmittel von 170 Mill. Euro. Bei dem ungewöhnlich hohen Eigenkapital des Konzerns, das zum Bilanzstichtag bei 46 Prozent lag, dürfte dem Konzern eine weitere Expansion nicht schwer fallen. Übernahmephantasien – etwa wie bei Karstadt-Quelle – werden den Kurs dagegen kaum treiben. Die Gründerfamilie Kreke hält 35 Prozent, die Familie Oetker weitere 12,2 Prozent. Bislang stehen beide, wie zu hören ist, auch langfristig zu ihrem Investment.

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