Marktumfrage - Standardwerteindex beim Jahreshoch gedeckelt
Dax von massiven Widerständen blockiert

Die nähere Zukunft sehen Anhänger der Charttechnik beim Dax eher gedrückt. Die Wahrscheinlichkeit einer weitergehenden Konsolidierung schätzt man sowohl bei der Bayerischen Landesbank, bei Helaba Trust und auch der Landesbank Baden-Württemberg höher ein als die Chance auf weitere Kursgewinne.

vwd FRANKFURT. Vor allem die Vorgaben von Wall Street werden problematisch gesehen. Erst bei einem Überwinden des bisherigen Jahreshochs bei 3 488 Stellen eröffne sich dem Dax weiteres Potenzial, heißt es übereinstimmend. Doch das sei derzeit unwahrscheinlich.

Der Dax drang zwar im Hoch vom Montag bei 3 465 Punkten erneut in die Widerstanszone 3 455/3 480 Punkte ein, so Hans-Peter Reichhuber von der Bayerischen Landesbank. Dann jedoch sei er von der Wall Street auf Talfahrt geschickt worden. Im Tief sei er dann unter die Unterstützung bei 3 400 Punkten gefallen und habe den oberen Bereich der Unterstützungszone 3 323 bis 3 365 Stellen gestreift. Danach drehte er wieder nach oben. Zum Handelsende hatte der Dax dann zwar 34 Punkte verloren, allerdings ging er erneut oberhalb der Marke von 3 400 Punkten aus dem Tag, womit diese weiter an Bedeutung gewonnen habe.

„Der Dax zeigt sich also weiter in recht robuster Verfassung“, sagt Reichhuber. Wegen der guten Markttechnik dürfte der Index daher seiner Meinung nach durch die erwähnten Unterstützungen nach unten hin gut abgesichert sein. Angesichts der bestenfalls neutralen Kurzfrist-Indikatoren sei aber nach oben hin nicht allzuviel zu erwarten, so der Analyst weiter. Weitere Angriffe auf die Widerstände bei 3 455 und 3 480 Zähler seien zwar gut vorstellbar. Für einen nachhaltigen Break allerdings müsste sich die kurzfristige Markttechnik verbessern oder es müsste Rückenwind von der Wall Street geben. Sollte das jedoch nicht passieren, sieht Reichhuber den Dax zunächst weiter auf Konsolidierungskurs.

Auch bei Helaba Trust misst man den US-Vorgaben Priorität bei. „Von den USA kommen Probleme“, betonen die Analysten des Hauses. Der Dow Jones sei in kritischer Verfassung. Die wichtigste Unterstützung beim Dax verlaufe im Bereich die 50-Tage-Linie, die derzeit bei 3 235 Punkten liege. Dies sei als kurzfristiges Konsolidierungsziel zu werten, bis dahin gebe es nur untergeordnete Marken. „Andererseits ist der Index erst sauber aus seiner Konsolidierung raus, wenn er in Richtung 3 500 Stellen klettert“, heißt es weiter. Auf dem Weg dahin müsse das Jahreshoch bei 3 488 Stellen geknackt werden.

Martin Siegert von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) schätzt aktuell die Wahrscheinlichkeit eines sinkenden Dax gegenüber einem steigenden sogar mit 70 zu 30 % ein. „Die zurückliegende Aufwärtsbewegung seit März ruft nach einer Korrektur“, so der Analyst. Zwar zeigten die Indikatoren auf Tagessicht noch seitwärts, aber auf Wochensicht lägen sie auf überkauft.

Wichtig sei das Tagestief vom Vortag bei 3 363/64 Punkten beim Dax. Dort liege die nächste Unterstützung. Wenn diese verletzt würde, käme die Trendlinie bei 3 345 Stellen in den Blick, die vom Märztief bis zum Maitief laufe. Damit komme es zu einer Trendumkehr, die Richtung zeige dann nach unten. Weitere Unterstützungen lägen bei 3 254 und bei 3 120 Zählern. Widerstände nach oben gebe es beim Jahreshoch von 3 488 Stellen und dann bei 3 523 Punkten. Diese Marke ergebe sich aus einer Keilformation, die sich seit Mai ausgebildet habe, so Siegert weiter.

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