MDax straft Analysten Lügen
Nebenwerte laufen unerwartet gut

Die deutschen Nebenwerte entwickeln sich trotz anhaltender Warnungen vieler Analysten prächtig. Zahlreiche Börsengänge, hohe Wachstumsraten bei den enthaltenen Unternehmen und die steigende Nachfrage aus dem Ausland treiben das Kursbarometer. Der Einstieg kann sich daher durchaus noch lohnen.

FRANKFURT. Der MDax, in dem die 50 mittelgroßen hiesigen Werte vertreten sind, stieg am Dienstag im Tagesverlauf wie schon am Vortag kurzzeitig über die Rekordmarke von 11 000 Punkten. Unter den Aktienstrategen der großen Banken nahm allerdings die Skepsis zu – obwohl sich der Index seit Jahren besser als alle anderen deutschen Kursbarometer entwickelt hat. "Es ist Zeit für eine Atempause", erklärte beispielsweise die WestLB. Wegen der mittlerweile hohen Bewertungen sieht Aktienstratege Thorsten Gindera sogar kurzfristig Korrekturbedarf, sprich Kursverluste.

Wie Gindera denken die meisten Experten bei Banken, Fondsgesellschaften und Vermögensverwaltern. Und das seit längerem. Seit Jahren werden sie indes mit dieser Einschätzung eines Besseren belehrt. Auch im laufenden Jahr hat sich der MDax mit einem Plus von knapp 16 Prozent stärker als der große Bruder Dax nach oben bewegt, der es auf gut 14 Prozent brachte. Diese Tendenz gibt es seit Jahren, sogar mit einem weitaus krasseren Unterschied. Seit den Tiefstständen im Frühjahr 2003 schaffte der Dax ein Plus von 250 Prozent, der MDax 315 Prozent.

Ein Mix aus unterschiedlichsten Gründen ist Fondsmanagern zufolge der Grund für die deutlich bessere Kursentwicklung der Nebenwerte. Peter Conzatti von der auf kleine und mittelgroße Titel spezialisierten Fondsgesellschaft Lupus Alpha macht dafür in erster Linie die deutlich größeren Wachstumsperspektiven vieler dieser Unternehmen verantwortlich. Dabei spielt es dann für ihn auch keine entscheidende Rolle, ob Titel aus MDax oder SDax auf den ersten Blick teuer aussehen.

Daneben trägt die weltweite Übernahmewelle zum stetigen Aufwärtstrend bei. Markantestes Beispiel der letzten Tage ist der Baukonzern Hochtief, an dem der russische Milliardär Oleg Deripaska seinen Anteil auf nun 9,9 Prozent erhöht hat.

Seite 1:

Nebenwerte laufen unerwartet gut

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%