Aktien
Medion verlieren nach Zahlen acht Prozent - Analysten enttäuscht

Aktien des Elektronikgroßhändlers Medion haben am Donnerstag nach schwachen Neun-Monatszahlen und einer reduzierten Prognose deutlich nachgegeben. Analysten reagierten enttäuscht auf die Zahlen. Sie seien teilweise schlechter ausgefallen als befürchtet.

dpa-afx FRANKFURT. Aktien des Elektronikgroßhändlers Medion haben am Donnerstag nach schwachen Neun-Monatszahlen und einer reduzierten Prognose deutlich nachgegeben. Analysten reagierten enttäuscht auf die Zahlen. Sie seien teilweise schlechter ausgefallen als befürchtet. Bis 12.20 Uhr verlor das Papier 8,09 Prozent auf 13,75 Euro. Der MDax stieg gleichzeitig leicht um 0,13 Prozent auf 5 207,98 Punkte.

Das Deutschland-Geschäft von Medion habe sich wie erwartet schwach entwickelt, schrieb Analyst Christian Schindler von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) in einem Kommentar. Die Rohertragsmarge habe sich wieder etwas verbessert, der Umsatz sei allerdings klar hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Außerdem habe das Europa-Geschäft deutlich an Dynamik verloren. Die LRP stufte die Aktie von "Outperformer" auf "Marketperformer" zurück. Die Gewinnschätzungen und das Kursziel würden überarbeitet.

Auch Oliver Drebing von SES Research reagierte enttäuscht auf die Zahlen. Sie seien deutlich schlechter ausgefallen als erwartet. "Was wir jetzt sehen, ist mehr als ein einfacher Rückgang." Er kündigte an, seine Einstufung "Outperformer" zu überprüfen. "Ich muss meine Schätzungen deutlich herunternehmen. Eigentlich haben sich die Ängste der Experten bestätigt." Jetzt komme "erstmal eine längere Durststrecke".

Im Sommer habe er noch optimistischer auf das Weihnachtsgeschäft 2004 geblickt. Jetzt zeige sich aber, dass die Konsumzurückhaltung andauere. Medion-Kunden wie Aldi reagierten entsprechend und hielten ihre Lagerbestände knapp. "Die sind einfach vorsichtig", sagte Drebing. Auch die Zukunftsaussichten hätten sich eingetrübt. "Die Wachstumsstory ist erstmal beendet. Ich wüsste nicht, was sich daran auf die Schnelle ändern sollte." Einziger Lichtblick sei im Augenblick das Auslandsgeschäft, das sich im dritten Quartal recht erfreulich entwickelt habe.

Wegen der anhaltenden Konsumflaute und des Preiskampfes auf dem deutschen Markt hatte Medion in den ersten neun Monaten des Jahres einen Gewinneinbruch verbucht. Der Überschuss fiel von 49,7 Mill. Euro auf 35,9 Mill. Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) sank von 85,3 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum auf 61,4 Mill. Euro. Der Konzernumsatz kletterte zwar um vier Prozent auf 1,557 Mrd. Euro, auf dem deutschen Kernmarkt aber gingen die Erlöse zurück.

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