Mehr als zehn Prozent
FMC-Aktien brechen ein

Fresenius Medical Care unter Druck: Der Dialyse-Anbieter könnte von einer Kürzung der amerikanischen Gesundheitsversicherungen betroffen sein. Die Einschnitte seien dramatisch, heißt es. Die Aktie bricht ein.
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FrankfurtNeue Vorschläge in den USA für eine geringere Erstattung der Kosten für Dialysebehandlungen belasten die Aktien von Fresenius Medical Care. Die Aktien des weltgrößten Dialyse-Anbieters brachen um mehr als zehn Prozent ein und waren damit der größte Verlierer im Dax.

Wie aus einer Mitteilung der staatlichen amerikanischen Gesundheitsversicherungen Medicare und Medicaid vom späten Montagabend hervorgeht, sollen die Erstattungen im kommenden Jahr um 9,4 Prozent im Vergleich zu 2013 gekürzt werden. Damit sollen Mehrausgaben gegen Mittel zur Bekämpfung von Blutarmut wie Epogen und Aranesp von Amgen bei durch das staatliche Medicare-Programm Versicherten beschränkt werden.

Die Anpassungen sollen über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr vorgenommen werden, hieß es in der Mitteilung. Zwar sind dies zunächst nur Vorschläge. Erst im November wird mit einer Entscheidung gerechnet. Die vorgeschlagenen Kürzungen fallen aber deutlich größer aus als von Branchenexperten erwartet.

Die DZ Bank kommentierte in einer ersten Reaktion, die Vorschläge würden eine Kürzung um 23 Dollar pro Dialyse-Behandlung zur Folge haben. Es sei aber im Vorfeld nur mit rund fünf Dollar gerechnet worden. Zwar gebe es eine gute Chance, dass die Vorschläge noch etwas abgemildert würden. Auf die Gewinnerwartungen bei FMC für 2014 und danach würde sich das aber erheblich negativ auswirken.

"Das ist ein sehr dramatischer Einschnitt", sagte Robert Sepucha, Senior Vice President für Regierungsangelegenheiten in den USA bei Fresenius Medical Care North America in Bad Homburg, am Telefon am Dienstag.

Die Margen bei Medicare für Dialysebehandlungen liegen bei drei bis vier Prozent im laufenden Jahr, hieß es in einer Schätzung der Medicare Payment Advisory Commission vom März. Sepucha bezeichnete diese Marge als sehr knapp und die geplanten Einschnitte seien zu aggressiv.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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