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Merrill Lynch startet BWM, VW und Porsche mit „Buy“, Daimler „Neutral“

Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat die Aktien vieler deutscher Autobauer neu in die Bewertung aufgenommen. Analyst Fraser Hill empfahl in einer Studie vom Montag die Titel von BMW und Porsche sowie die Stamm- und die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) zum Kauf.

dpa-afx LONDON. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat die Aktien vieler deutscher Autobauer neu in die Bewertung aufgenommen. Analyst Fraser Hill empfahl in einer Studie vom Montag die Titel von BMW und Porsche sowie die Stamm- und die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) zum Kauf. Für die Papiere von Daimler lautet die neue Einstufung "Neutral".

Merrill Lynch zufolge sind im Jahr 2011 für die Automobil-Branche Steigerungen in den entwickelten Märkten möglich, während nachhaltige Gewinne in China den Kostendruck ausgleichen werden. Die Erträge von Premium-Autoherstellern in diesem Land sollten von Dauer sein, schrieb Hill.

Für höhere Gewinnschätzungen für 2011 könnte die Absatzentwicklung in den Industrieländern sorgen, fuhr der Analyst fort. Nach fünf Jahren rückläufiger Absätze in Deutschland gehe er hier im kommenden Jahr von einer zwölfprozentigen Erholung aus. In den USA dürfte zum Beispiel BMW 15 Prozent mehr Autos verkaufen.

"VW-Stammaktien ZU Niedrig Bewertet"

Auch zu den Stammaktien von Volkswagen äußerte sich Hill positiv. Dank seiner globalen Präsenz, der Markendiversifizierung und der Bilanz könne der Wolfsburger Autobauer den nachhaltigsten Gewinnzufluss innerhalb der europäischen Autobranche vorweisen. Angesichts des Absatzanteils von zusammen fast 40 Prozent in China und Brasilien und der hohen Margen der Tochter Audi seien die Titel zu niedrig bewertet. Zudem könne VW den globalen Marktanteil weiter ausbauen und auch die Kaufoption auf den Sportwagenbauer Porsche sehe günstig aus. Hill geht davon aus, dass VW seine Lastwagenbeteiligungen konsolidieren könnte und trotzdem Bargeld für eine Dividende übrig hat. Dennoch sollten die VW-Stämme weiter mit einem leichten Abschlag zu den liquideren Vorzügen gehandelt werden.

Die Kaufempfehlung für die Porsche-Papiere begründete der Experte mit seiner Annahme, dass der Stuttgarter Sportwagenbauer nicht mit dem Wolfsburger Autobauer Volkswagen fusionieren werde. Bei einem Zusammenschluss würden die Stimmrechte der Familien Porsche und Piech von 53 auf 27 Prozent sinken, weshalb sie sich dieser Transaktion in den Weg stellen dürften. Nach der erwarteten Kapitalerhöhung im ersten Halbjahr 2011 wäre allein Porsches VW-Beteiligung 65 Euro je Aktie wert, gemessen an einer VW-Bewertung von 130 Euro je Aktie. Zudem sei der Anteil an der operativen Tochter Porsche AG weitere 14 Euro je Aktie wert. In einem Fusionsszenario wäre die Porsche-Aktie wohl noch mehr wert als das von ihm ermittelte Kursziel. Die Porsche AG sei angesichts erholter Märkte, des hohen Wachstumspotenzials in China und der strukturell höheren Verkaufserlöse je Fahrzeug deutlich mehr wert als die 2009 mit VW vereinbarten 12,4 Mrd. Euro.

"Anderswo IM Autosektor Mehr AufwÄRtspotenzial ALS BEI Daimler"

Zu den Daimler-Aktien schrieb der Analyst: Die Titel des deutschen Fahrzeugherstellers dürften eine gute Möglichkeit sein, vom im kommenden Jahr erwarteten Wachstum des LKW-Marktes in Westeuropa und Nordamerika zu profitieren, schrieb Analyst Fraser Hill in einer Studie vom Montag. Daimler sei hier als Nummer eins beziehungsweise Nummer zwei gut positioniert. Zudem könnten die Anleger den Modellzyklus der Autosparte Mercedes Benz wieder positiver sehen. Neue Modelle sollten den Stuttgartern helfen, den Verlust von Marktanteilen bei hochwertigen Fahrzeugen einzudämmen. Allerdings gebe es anderswo im Autosektor mehr Aufwärtspotenzial

Darüber hinaus nannte der Merrill-Lynch-Experte neue Kursziele für die Branchenpapiere. So lautet das neue Ziel für BMW 70,00 (Kurs: 58,11) Euro und das für Porsche 65,00 (Kurs: 52,52) Euro. Die Kursziele für die Stamm- respektive die Vorzugsaktien von VW bezifferte er auf 140,00 (Kurs: 109,70) respektive 150,00 (Kurs: 125,70) Euro. Für die Daimler-Aktien schließlich nannte Hill ein Ziel von 58,00 (Kurs: 50,72) Euro.

Gemäß der Einstufung "Buy" geht Merrill Lynch davon aus, dass die Aktie innerhalb der nächsten zwölf Monate nach einer Bewertungsänderung einen Gesamtertrag aus Kursgewinn und Dividende von mindestens zehn Prozent abwerfen wird. Laut der Bewertung "Neutral" rechnet Merrill Lynch damit, dass der Wert der Aktie innerhalb der nächsten zwölf Monate nach einer Bewertungsänderung sich kaum ändern oder nur leicht steigen dürfte./

Analysierendes Institut Merrill Lynch & Co.

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