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Metzler setzt auf Aktien als Inflationsschutz – Osteuropa im Blick

Frankfurt (dpa-AFX) – Die Experten vom Bankhaus Metzler betrachten Aktien im kommenden Jahr als eine gute Möglichkeit, sich vor einer möglichen Inflation zu schützen.

Frankfurt (dpa-AFX) - Die Experten vom Bankhaus Metzler betrachten Aktien im kommenden Jahr als eine gute Möglichkeit, sich vor einer möglichen Inflation zu schützen. Investments in Aktien seien denen in Renten- und Geldmarktanlagen zu bevorzugen, sagte Frank-Peter Martin in einem Pressegespräch am Donnerstag in Frankfurt. Der Fachmann ist bei Metzler Asset Management für die Anlagestrategien verantwortlich.

Die Geldpolitik der Industrienationen sei voll auf den Kampf gegen Deflation ausgerichtet, mit einer "drastisch ausgeweiteten Geldmenge" solle Wachstum um jeden Preis erreicht werden. "Es ist unglaublich viel Liquidität im Markt, die irgendwo hin will." Die Suche nach Inflationsschutz dürfte für viele Anleger auch deshalb in den Fokus rücken, weil die weiter dynamische Entwicklung in den Schwellenländern zu steigenden Rohstoffpreisen führen sollte. "Erstmals seit 20 bis 25 Jahren müssen wir uns wieder mit Inflation beschäftigen", sagt Martin.

Als besonders attraktiv für Aktieninvestments erachten die Metzler-Experten Osteuropa, Russland und Deutschland. "Deutschland wird als Exportnation extrem profitieren", sagte Martin. Ein Trumpf deutscher Unternehmen ist nach Einschätzung des für Deutschland zuständigen Fondsmanagers Stefan Dudacy die starke Position in Schwellenländern. So gingen bereits 15 Prozent der deutschen Exporte nach Asien und lediglich sieben Prozent in die USA. Bei Wacker Chemie etwa entfielen sogar 32 Prozent der Umsätze auf Asien und 15 Prozent allein auf China. Und auch die Sportartikelhersteller Adidas und Puma generierten rund ein Viertel ihrer Umsätze in Asien.

Russland wiederum komme stets ein Anstieg der Rohstoffpreise zugute, sagte die Managerin des Metzler Russia Fund, Simone Beer. "Der Haupttreiber war in den vergangenen Jahren der Ölpreis." Aufgrund seiner immensen Rohstoffvorräte könne das Land überdurchschnittlich von Chinas Rohstoffhunger profitieren. Zudem verbessere sich die inländische Wirtschaftslage. Hier werde massiv in die Infrastruktur investiert, die Arbeitslosigkeit sinke und die Löhne stiegen.

Markus Brück, Metzler-Fondsmanager für Osteuropa, sieht indes die meisten osteuropäischen Länder zurück auf "einem stabilen Wachstumspfad". Diese Länder seien ohnehin von der Finanzkrise weniger stark getroffen worden als westliche Industriestaaten. "Die Unternehmensgewinne sind hier fast schon wieder auf dem Rekordniveau von 2008", sagte er. Hinzu komme, dass ein sehr striktes Kostenmanagement viele Konzerne schlanker gemacht habe. Die stärkste Dynamik erwartet er im Baltikum, insbesondere in Estland. Da Osteuropa und Russland von vielen Anlegern noch nicht so geschätzt würden, seien zahlreiche Titel aus der Region attraktiv bewertet. Und die großen Banken aus Osteuropa erfüllten schon jetzt die von 2019 an geltenden strengeren Kapitalanforderungen.

Grundsätzlich rechnet Martin auch 2011 mit einer wachsenden Weltwirtschaft. Allerdings werde dies größtenteils von den Schwellenländern ausgehen. In China sorge allein die Verstädterung für ein volkswirtschaftliches Wachstum von fünf Prozent. Das Wachstum der dort "brummenden Wirtschaft" komme noch oben drauf. Und genau diese Entwicklung in China, aber auch in Brasilien und Indien führe dazu, dass diese Länder massiv an die Rohstoffmärkte gingen, was zu den steigenden Preisen führe. Die Nachfrage übersteige schlichtweg das Angebot, sagte Martin. Eine ähnliche Entwicklung sei bei Nahrungsmittelpreise zu erwarten.

Derweil hält er die Ängste wegen der europäischen Schuldenkrise für etwas übertrieben. "Die Realität ist ernst, aber nicht armageddonhaft", sagte Martin. Insofern sei auch die Entwicklung der Renditeaufschläge bei manchen Staatsanleihen nicht gerechtfertigt. Wünschenswert sei eine sachlichere Debatte zu dem Thema.

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