Mexikanische Wal-Mart-Tochter verdrängt die Konkurrenten
Einzelhandelsriese Walmex beeindruckt die Anleger

Die Geschäfte des mexikanischen Einzelhandelsriesen Walmex (Wal-Mart de México) laufen glänzend. Das Startquartal war so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr. Und die Analysten sagen der lateinamerikanischen Wal-MartTochter rosige Zeiten voraus – im Einzelhandel wie an der Börse.

MEXIKO-STADT. Lediglich ein Abschwung der mexikanischen Wirtschaft oder Steueränderungen könnten das Börsenschwergewicht belasten. Im ersten Quartal schnitt Walmex unerwartet gut ab. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 30,78 Milliarden Peso (2,78 Milliarden Dollar), der Reingewinn nahm um ein Drittel zu. Walmex sei es gelungen, die Kosten vor allem durch geringere Werbeausgaben zu drücken und zugleich die Produktivität zu erhöhen, sagt Mauricio Brocado, Analyst bei Deutsche/Ixe. Optimismus allenthalben: „Wir rechnen für 2004 mit einem Umsatzplus von 15 Prozent“, sagt Gaspár Quijano, Konsumanalyst beim Handelshaus Véctor. Auch die Investmentbank Merrill Lynch sieht für dieses Jahr in allen Bereichen, in denen Walmex tätig ist, „aufregende Möglichkeiten“.

Die guten Ergebnisse des Unternehmens honorieren die Anleger. An der mexikanischen Börse legte die Aktie innerhalb eines Jahres rund 50 Prozent hinzu. Dennoch sehen die Finanzanalysten noch Luft nach oben und raten daher zum Kauf. Merrill Lynch sieht die Aktie in einem Jahr bei 43,40 Peso, was einem Plus von einem Viertel entspräche. Die Analysten Quijano und sein Kollege Jorge Lagunas, Branchenanalyst beim Wertpapierhaus Interacciones, trauen dem Papier noch etwas mehr zu. Die Kursrisiken liegen eher außerhalb des Unternehmens. Die Gewinnaussichten verhageln könnten ein Abschwächen des Wirtschaftswachstums in Mexiko und eine Steuerreform, die Lebensmittel mit einer 15-prozentigen Mehrwertsteuer belastet.

Walmex unterhält in Mexiko insgesamt 642 Discount- und Supermärkte, Kaufhäuser und Restaurants und hat damit im vergangenen Jahr 11 Mrd. Dollar umgesetzt, gut 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wal-Mart kam vor zwölf Jahren nach Mexiko und traf auf ein Land, in dem es wie in vielen Staaten Lateinamerikas keine „Supermarktkultur“ gab, wie Lagunas sagt. Damals kauften nur drei von zehn Mexikanern in Supermärkten. Der Großteil der Bevölkerung deckte sich aber mit Lebensmitteln und Gebrauchsgütern auf Märkten oder in kleinen und spezialisierten Krämerläden ein. Inzwischen hat sich das Bild völlig gewandelt. Heute kaufen 60 Prozent der Mexikaner in Supermärkten, vor allem in den Ballungszentren. Und vor allem wegen Walmex.

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