Milliardenbewertung
Russischer Handelskonzern vor Börsendebut

Ein russischer Handelskonzern geht in London an die Börse. Und die Aktien stoßen bei Anlegern offenbar auf große Nachfrage. Damit könnte der Weg für den Börsengang der russischen Metro-Tochter geebnet werden.
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MoskauDer russische Metro-Konkurrent Lenta legt bei seinem Börsengang gut vor. Die Emission des russischen Handelskonzerns stoße auf reges Interesse, teilten die beratenden Banken am Samstag mit. Es seien bereits alle Papiere inklusive der Mehrzuteilungsoption gezeichnet. Mit einem erfolgreichen Börsengang von Lenta steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Metro nachzieht. Der deutsche Handelsriese plant ebenfalls, einen Teil seines russischen Großmarktgeschäfts in London an die Börse zu bringen. Gradmesser könnte die Kette aus Russland sein.

Bis zum 27. Februar will Lenta noch um Investoren werben. Anschließend soll der Ausgabepreis bekanntgegeben werden. Bereits am Freitag teilte Russlands fünftgrößter Lebensmittelhändler mit, die Papiere sollten zwischen 9,50 und 11,50 Dollar kosten. Damit würde der Konzern mit bis zu fünf Milliarden Dollar bewertet. Etwa 19 Millionen Aktien oder ein Fünftel der Anteile sollen an die Börse gebracht werden. Damit könnte Lenta eine Milliarde Dollar einnehmen.

Die wachsende Mittelschicht in Russland lässt mit ihrer steigenden Nachfrage Handelsketten wachsen und macht Konsumwerte damit für Investoren immer interessanter. Sorge bereitet internationalen Anlegern aber die Rubel-Schwäche, die Inflationsängste auslösen könnte. Doch der Einzelhandel legt zu - und Lenta will weiter wachsen. Die Verkaufsfläche soll in den kommenden drei Jahren verdoppelt werden. Auch Metro will es in Russland nicht bei den rund 70 Cash&Carry-Märkten belassen.

Gegründet wurde Lenta vor 20 Jahren in St. Petersburg. Inzwischen betreibt der Konzern 77 Großmärkte in 45 russischen Städten sowie zehn Supermärkte im Raum Moskau. Eigentümer der Handelskette sind US-Investor TPG, die russische Bank VTB und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Alle drei wollen sich im Rahmen des Initial Public Offering (IPO) von Anteilen trennen.

Die Metro plant Finanzkreisen zufolge bis zu 25 Prozent ihres Russland-Geschäfts an den Aktienmarkt zu bringen. Der offizielle Startschuss könnte in der zweiten Märzhälfte fallen. Ostern könnten die russischen Metro-Märkte dann an der Börse sein. Der Anteilsverkauf könnte Metro rund eine Milliarde Euro oder mehr in die Kassen spülen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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