Milliardenschwere Kapitalerhöhung
Aktie von Heidelberg-Cement knickt ein

Der hochverschuldete Baustoffkonzern kündigt eine riesige Kapitalerhöhung an. Die Aktionäre müssen sich auf Verluste einstellen. Jetzt sei auch nachvollziehbar, warum die Eigentümerfamilie Merckle in den vergangenen Wochen so massiv Aktien verkauft hätte, sagte ein Börsianer. Merckle braucht dringend Geld. An der Börse rutscht die Aktie deutlich ins Minus.

HB FRANKFURT. Der Baustoffkonzern Heidelberg-Cement plant die mit Abstand größte Kapitalerhöhung in Deutschland in diesem Jahr. Das Unternehmen will mit der Ausgabe von 62,5 Mio. neuen Aktien mehr als zwei Mrd. Euro einnehmen. Der klamme Großaktionär Ludwig Merckle zieht dabei nicht mit und lässt seinen Anteil auf eine Minderheitsposition verwässern.

An der Börse fiel die Aktie von Heidelberg-Cement nach der Ankündigung um mehr als vier Prozent auf 41,48 Euro. Angesichts der massiven Kapitalmaßnahme erstaunt fast schon, dass der Kurs nicht noch stärker abrutscht. Ein Börsianer verwies darauf, dass bereits am vergangenen Freitag entsprechende Spekulationen am Markt herumgereicht worden seien, die Ankündigung also nicht wirklich überraschend komme.

Durch die Kapitalerhöhung finde eine enorme Verwässerung statt, sagte ein weiterer Börsianer. Zudem sei jetzt auch nachvollziehbar warum Beteiligungsgesellschaften rund um die Familie Merckle in den vergangenen Wochen so massiv Aktien verkauft hätten. "Auf der anderen Seite könnte Heidel-Cement eine Art Befreiungsschlag gelingen: Sollte die Kapitalerhöhung Zuspruch finden und die Aktien gut im Markt platziert werden können, ist vorerst wieder genug Luft zum atmen da", erklärte der Experte. Der "Kreditwürgegriff" würde im Anschluss wesentlich schwächer werden.

Heidelberg-Cement will mit der Kapitalerhöhung um 50 Prozent seinen zweistelligen Milliarden-Schuldenberg wie versprochen weiter abbauen. Nachdem der Aktienkurs in den vergangenen Wochen stark gestiegen ist, war das Unternehmen an der Börse am Freitag rund 5,4 Mrd. Euro wert. Die Altaktionäre können vom 24. September bis 7. Oktober für je zwei ihrer Anteilsscheine einen neuen beziehen, der Preis soll am 22. September bekanntgegeben werden.

Er ergibt sich aus einem Bieterverfahren, in dem vorher institutionelle Investoren bis zu 62,5 Mio. weitere Aktien aus dem Besitz zweier Gesellschaften von Merckle und der mit 6,4 Prozent beteiligten HypoVereinsbank kaufen können. Die Investoren und die Zeichner der Kapitalerhöhung sollen den gleichen Preis zahlen.

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