Minenaktien
Die bessere Art der Goldanlage?

Viele der sogenannten Starinvestoren haben Teile ihres privaten und in Fonds verwalteten Vermögens in Goldbarren oder in börsennotierten Goldfonds angelegt. Neben physischem Gold halten sie jedoch auch Positionen in Goldminenaktien. Am Goldpreis gemessen sind die Aktien der Goldproduzenten günstig. Warum das so ist und welche Titel attraktiv sind.
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HB DÜSSELDORF. „Allmählich werde ich nervös.“ Dass ihn zunehmend mehr Journalisten zum Thema Gold mit Fragen löchern und die europäischen Zentralbanken jetzt auch noch ankündigen, sie würden vorerst kein Gold verkaufen, macht den erfahrenen Goldspezialisten einer Schweizer Investmentbank stutzig. Bei dem 59-Jährigen, der anonym bleiben will, werden Erinnerungen wach an 1980, als die letzte Goldblase platzte. Damals, noch jung und unerfahren mit Anlageblasen, setzte er bei Preisen von mehr als 800 Dollar pro Feinunze (31,1 Gramm) massiv auf weiter steigende Notierungen – und verlor. „Das ging damals richtig ins Geld, mein Lehrgeld sozusagen“, sagt er. Dass die Warnlampen des Investmentbankers heute früher aufleuchten als damals, überrascht daher nicht.

Medien berichten meist von einem Anlagetrend, wenn dieser schon ziemlich fortgeschritten ist. Dieses Verhalten der Medien werten antizyklische Anleger als Kontraindikator, auch Titelblattindikator genannt. Mit Blick auf die Goldpolitik der Zentralbanken etablierte sich bei älteren Goldinvestoren zudem die Faustregel: „Mach das Gegenteil von dem, was Notenbanker machen. Die liegen fast immer falsch.“ Vor 30 Jahren hätten Goldkäufe von Notenbanken geholfen, den Goldpreis in der Endphase der Hausse bis auf 850 Dollar pro Unze in der Spitze aufzublasen. Hohe Goldverkäufe der Bank of England und der Schweizer Nationalbank zur Jahrtausendwende wiederum markierten das Ende von 20 Jahren Goldbaisse und den Beginn des aktuellen, andauernden Bullenmarktes.

Die warnenden Weisheiten klingen einleuchtend. Doch soll man sich vom Gold trennen, nur weil Medien darüber berichten und Zentralbanken kein Gold mehr verkaufen – oder gar, wie etwa die chinesische, russische und indische Notenbank, ihre Staatsreserven aufstocken? Schon möglich, dass die Goldhausse eine Pause einlegt, der Goldpreis gar stärker korrigiert. So was passiert in jedem Bullenmarkt. Nur: Welche Alternativen gibt es zum Gold? Sind Papierwährungen, deren Menge man gegenüber der Hartwährung Gold beliebig erhöhen kann, auf lange Sicht sicherer? Wohl kaum.

Gurus machen es vor

Besser, man hält sich an US-amerikanische Starinvestoren wie George Soros, John Paulson, David Einhorn oder den Kanadier Eric Sprott. Alle haben Teile ihres privaten und des in ihren Fonds verwalteten Vermögens direkt in Goldbarren oder in börsennotierten Goldfonds (ETF) angelegt (WirtschaftsWoche 39/2010). Doch nicht nur das haben die Hedgefonds-Milliardäre gemeinsam. Neben physischem Gold halten sie auch Positionen in Goldminenaktien, also in Gold, das noch im Boden liegt. Zu den größten Positionen in Paulsons 26 Milliarden Dollar schwerem Portfolio gehören die südafrikanischen Goldförderer AngloGold Ashanti (Aktien für zwei Milliarden Dollar) und Gold Fields (680 Millionen Dollar). Hinzu kommen Kinross (620 Millionen Dollar), Centerra, Gabriel Resources, Detour und NovaGold. Soros Fund Management setzt ebenfalls auf NovaGold und Kinross, dazu kommen Allied Nevada und Great Basin Gold. David Einhorns Investmentfirma Greenlight Capital hat 135 Millionen Dollar des 3,3 Milliarden schweren Portfolios in einen Goldaktien-ETF gesteckt. Eric Sprott vertraut lieber der eigenen Expertise bei der Aktienauswahl: Sprott Asset Management, einer der weltbesten Vermögensverwalter im Rohstoffbereich, hat sein 2,2 Milliarden Dollar schweres Portfolio gespickt mit vielen hierzulande kaum bekannten Minenunternehmen. Unter den Top-15-Positionen findet sich mit Barrick Gold nur ein Standardwert.

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