Mit Barbie erzielt Mattel ein Drittel des Konzernumsatzes
Barbie soll attraktiver werden

Spielzeughersteller Mattel will die Umsatzträgerin mit Beiprodukten aufpeppen – Analysten raten Anlegern zur Geduld.

HOUSTON. Sensationell schlechte Quartalszahlen hat der weltgrößte Spielzeughersteller Mattel für das erste Quartal 2004 vorgelegt. Nur 9 Mill. $ oder zwei Cent je Aktie verdiente der Konzern, 70 % weniger als im Vorjahresquartal. Experten hatten ein vier mal mehr erwartet.

Damit stehen die Kalifornier laut Reuters bislang auf Platz eins der größten Gewinn-Enttäuschungen des abgelaufenen Quartals. In den ersten Tagen nach Bekanntgabe Zahlen rutschte der Aktienkurs auf ein neues Jahrestief von 17,40 $ ab, rund 25% unter den Höchstkursen vom vergangenen Mai.

Dennoch blieben Analysten-Herabstufungen bisher aus. Anthony Gikas von der Investmentbank Piper Jaffray etwa bekräftigte Mitte der Woche sein Urteil „Outperform“ (überdurchschnittliche Marktentwicklung). Insgesamt raten sechs von elf Analysten zum Kauf und fünf zum Halten der Aktie, ermittelte der Finanzdienst Thomson First Call. „Es ist eine langwierige und einigermaßen frustrierende Geschichte mit Mattel – aber mit der Zeit wird sie funktionieren“, sagt Gikas. Er rät, die aktuelle Kursschwäche auszunutzen und bei Preisen um 18 $ zuzukaufen. Die Investition werde sich in den nächsten eineinhalb bis zwei Jahren deutlich auszahlen.

Ob und wie schnell sich die Lage bessert, hängt hauptsächlich von einer kurvenreichen Blondine ab – nämlich von Mattels berühmtester Tochter, der Puppenfrau Barbie. Sie erzielt ein Drittel des Konzernumsatzes. Im vergangenen Quartal sank der Barbie-Umsatz weltweit um 6 %, in den USA selbst sogar um 15 %. Schuld ist die starke Konkurrenz durch andere Trendmarken wie die Bratz-Linie. „Barbie ist Mattels wichtigstes Produkt“, sagt Analyst Gary Cooper von Bank of America, „zurzeit sieht es so aus, als ob die Zahlen in diesem Bereich erst noch schlimmer werden, bevor Besserung in Sicht ist.“ Er hält die Aktie derzeit für fair bewertet.

Ein neues Verkaufskonzept soll Barbie jetzt wieder auf die Sprünge helfen. Der Spielzeughersteller hat spezielle Barbie-Hintergrundgeschichten und Charaktere entwickelt, die die Nachfrage anheizen sollen. Allerdings: Der Großteil der neuen Produkte kommt erst im Herbst auf den Markt. Wie sie aufgenommen werden, lässt sich voraussichtlich nicht vor 2005 absehen.

Auch andere Faktoren drücken auf Mattels Gewinne. „Im laufenden Jahr werden vor allem die Kosten von Rohstoffen, Versicherung, Gehältern und Werbeanzeigen deutlich anziehen,“, sagt Scott Barry von Credit Suisse First Boston (CSFB).

Auf lange Sicht gilt die Mattel-Aktie den Analysten jedoch als attraktiv. Ein Großteil der Zwölfmonats-Kursziele bewegt sich leicht oberhalb der 20$-Marke, was im Vergleich zum aktuellen Stand ein Plus von mehr als 15% bedeuten würde. Anthony Gikas rät, das vergangene Quartal nicht allzu hoch zu bewerten. Es sei traditionell das ruhigste des Jahres. Angesichts der Einzelhandelsflaute sei der Umsatz sogar überraschend stark gewesen.

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