Mit den Einnahmen soll Expansion vorangebracht werden
Conergy will Emissionspreis nicht drücken lassen

Der Solaranlagenbauer Conergy will im Zuge seines für März geplanten Börsengangs 4,5 Millionen Aktien zur Zeichnung anbieten. Eine Preisspanne will das Unternehmen erst veröffentlichen, wenn sich die Führungsriege den Investoren persönlich vorgestellt hat. Damit will Conergy den Preisdruck durch Fondsmanger verringern.

HB FRANKFURT. Der Börsenkandidat Conergy will mit einem ungewöhnlichen Preisfindungsverfahren einen Flop bei seinem Börsengang vermeiden. Der Solaranlagenbauer, der den Gang an den Kapitalmarkt noch in diesem Monat anstrebt, sieht sich als Anwärter für einen Platz unter den wichtigsten 30 deutschen Technologiewerten. „Wir würden uns im TecDax wohlfühlen“, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag.

Das Hamburger Solarunternehmen sucht gegenwärtig nach einem dem Markt angepassten Emissionspreis. Anders als bei Börsengängen üblich wird Conergy die Preisspanne für die 4,5 Mill. Aktien, die an den Markt kommen sollen, erst nach Treffen mit institutionellen Anlegern Anfang kommender Woche mitteilen.

In Finanzkreisen wird mit einer Erstnotiz im Prime Standard um den 18. März herum gerechnet. Es wäre der dritte Börsengang in diesem Jahr nach der Biotechnikfirma Paion und dem Bezahlsender Premiere. Nach Einschätzung von Analysten habe Conergy Chancen auf eine Aufnahme in den zur zweiten Börsenliga zählenden Technologie-Index, sagte der Sprecher.

Bevor das Unternehmen mit einer Preisspanne an die Öffentlichkeit geht, will Conergy erst die Resonanz von Großinvestoren auf seine Börsenpläne testen. Grund für die neuartige Preisfindung sei, dass die Anleger das Conergy-Management erst persönlich sehen sollten, um Vertrauen zu gewinnen, betonte Martin Hörstel von der Deutschen Bank, die den Börsengang betreut. Auf Grund des Drucks von Fonds mussten Börsenkandidaten ihre Aktien zuletzt günstiger als geplant ausgeben.

Die in Medienberichten auf 50 bis 60 Euro geschätzte Preisspanne wollten Management und Vertreter der Konsortialbanken nicht bestätigen. Zur Nachfrage sagte Hörstel lediglich, es gebe „ein überwältigendes Interesse“.

Conergy wies 2004 einen Jahresüberschuss von rund elf Millionen Euro aus und hat den Umsatz seit 2002 fast vervierfacht auf 285 Mill. Euro.

Conergy-Chef Hans-Martin Rüter sagte, das Unternehmen sei dividendenfähig und wachse profitabel. Nach Ablauf des Jahres prüfe Conergy die Zahlung einer Dividende. Mit dem Erlös aus dem Börsengang - Schätzungen reichen von 100 bis 270 Mill. Euro - will die Firma die Abhängigkeit vom deutschen Markt verringern.

Bislang profitiert Conergy davon, dass Deutschland Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen fördert. Ziel sei, den Auslandsanteil am Umsatz auf 45 Prozent von zuletzt zehn Prozent zu erhöhen, sagte Firmenchef Rüter.

Das Management will seine Aktien mindestens ein Jahr halten. Unternehmensgründer Rüter werde nach dem IPO als größter Einzelaktionär mehr als 16 Prozent halten, gegenwärtig sind es 21 Prozent.

Von den 4,5 Mill. Aktien stammen 1,3 Mill. aus einer Kapitalerhöhung, 700 000 aus Firmen-Eigentum und 1,95 Mill. von Alt-Aktionären. Die Mehrzuteilungsoption beträgt 550 000 Stück, nach ihrer Ausübung betrage der Streubesitz 58 Prozent.

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