Mit Derivaten können Kursrisiken reduziert werden
Anleger können sich gegen Verluste schützen

Aktien sind wieder „in“. Beweis: Die Aktienindizes haben in den vergangenen Wochen mehr als 30 % von ihren Jahrestiefs aus zugelegt. Von Gefahren wie Rezession und Deflation ist keine Rede mehr. Eine nüchterne Analyse zeigt indes, dass sich die Anleger bei diesen Hoffnungen auf dünnem Eis bewegen.

FRANKFURT/M. Das Handeln der Anleger wird von der Erwartung eines Konjunkturaufschwungs und einer neuen Ertragsblüte der Unternehmen geprägt. Eine nüchterne Analyse zeigt indes, dass sich die Anleger bei diesen Hoffnungen auf dünnem Eis bewegen. Was also tun, wenn ein Anleger längerfristig an die Aktie glaubt und er kurzfristig eine Stagnation der Kurse erwartet? Derivate sind die Lösung des Problems. Die Derivatemärkte bieten vielfältige Produkte zur Depotabsicherung und -optimierung.

Die Absicherung des Aktiendepots kann zum Beispiel über an der Eurex gehandelte Optionen oder aber über von Banken emittierte Optionsscheine erfolgen. Anleger können z.B. durch den Verkauf von Kaufoptionen Prämien einnehmen und so ihr Anlage-Ergebnis verbessern.

Die Strategie Verkauf eines Calls (short call): Ein Anleger, der davon überzeugt ist, dass die Kurse deutscher Aktien zunächst nicht weiter steigen aber auch nicht stark fallen, kann eine Kaufoption entweder auf den Dax oder auf in seinem Depot befindliche einzelne Aktien verkaufen. Die Gewinnchancen bei dieser Strategie der Depot-Optimierung beschränken sich auf die vereinnahmte Optionsprämie. Das Risiko liegt in möglichen Kursverlusten seines Aktiendepots.

Hat ein Anleger z.B. vor einigen Monaten 100 Allianz-Aktien zum Kurs von 60 ¤ erworben, so hat er beim aktuellen Kurs von rund 90 ¤ einen Kursgewinn von 50 %. Sieht er die Gefahr, dass die Allianz-Aktie in nächster Zeit fällt oder nicht weiter steigt, so kann er Kaufoptionen auf Allianz mit Basispreis 90 ¤ verkaufen und eine Prämie von etwa 10 ¤ kassieren. Stagniert die Allianz-Aktie während der Laufzeit der Option, so hat der Anleger den Gewinn von 50 % auf 67 % erhöht. Ohne Absicherung wäre es für den Anleger beim Gewinn von 50 % geblieben.

Knock-Out Produkte bieten Absicherungsmöglichkeit

Eine andere Absicherungsmöglichkeit bieten Knock-Out Produkte (KO), mit denen sich Privatanleger gegen Verluste versichern können. Durch die Ausstattung mit einer Knock-out-Barriere sind diese auch als „Turbo“ bezeichneten Instrumente preisgünstiger als herkömmliche Puts. Bei Erreichen dieser Barriere ist das Optionsrecht beim Knock-Out-Produkt automatisch ausgeübt. Dadurch verfällt der Put möglicherweise bereits vor der Endfälligkeit. Diese Instrumente bieten den Vorteil, dass die Kursbewegungen des zugrunde liegenden Wertes (hier des Dax) fast 1:1 nachvollzogen werden.

Die Berechnung der benötigen Anzahl von KO ist einfach. Angenommen, das Depot eines Privatanlegers hat einen Wert von 10 000 ¤. Die Anzahl der für die totale Absicherung des Depots notwendigen KO-Puts errechnet sich wie folgt: Steht der Dax bei 3 400 Punkten, so hat der Anleger den Dax 2,94 mal in seinem Depot (Rechnung: 10 000 geteilt durch 3 400). Da sich ein „Turbo“ auf ein Dax-Hundertstel bezieht, benötigt der Anleger zur Absicherung also 294 KO-Puts (nämlich 2,94 mal 100).

Der Anleger muss für die Absicherung des Depots in der Regel eine Prämie zwischen 12 und 15 % aufwenden. Fällt der Dax um 10 %, so entsteht im Portfolio ein Verlust von 1 000 ¤. Da sich die KO-Puts nahezu 1:1 zum Index bewegen, steigt der Wert des KO-Puts um ca. 1 000 ¤. Der Gewinn im Put gleicht den Verlust im Depot also aus

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