Mit Qualitätsprodukten sticht der Konzern Billiganbieter aus
Procter lebt von der Marke

Vor einem Jahr kaufte der Drogerieriese Procter & Gamble (P&G) die Rasierermarke Gillette – jetzt belohnen die Anleger den Konzern für die erfolgreiche Fusion mit steigenden Kursen. Vergangene Woche erreichte die Aktie ein Jahreshoch bei 64 Dollar, mehr als 20 Prozent über dem Tief von Anfang Juni. Doch damit dürfte der Kurs noch längst nicht ausgereizt sein, glauben Experten.

HOUSTON. Gerade erst legte P&G ein solides Quartalsergebnis vor und erhöhte gleichzeitig die Prognose für das kommende Geschäftsjahr. Mit 2,7 Mrd. Dollar lag der Nettogewinn um ein Drittel höher als im Vorjahresquartal, der Umsatz stieg um 27 Prozent.

Damit geht das Konzept weiter auf, mit hochpreisigen Marken die besser verdienenden Käufer anzusprechen – eine positive Entwicklung angesichts der Umsatzrückgänge, die Billigdiscounter wie Wal-Mart verzeichnen. Nach eigenen Angaben hat P&G im vergangenen Quartal bei 17 seiner 20 wichtigsten Marken seinen Marktanteil verbessert.

In Deutschland ist P&G vor allem durch Ariel-Waschpulver und Pampers-Windeln bekannt; daneben gehören auch Duracell-Batterien, Pringles-Kartoffelchips und Elektrogeräte von Braun zum Riesenkonzern. Gillette passt hervorragend ins Bild – die Rasierer gelten als eine der Topmarken, und sind entsprechend teuer.

„Im nächsten Jahr wird Gillette ebenfalls einiges zum Brutto-Gewinnwachstum beitragen“, sagt William Chappell von Suntrust Robinson Humphrey, der die Aktie zum Kauf empfiehlt und ihr Risiko niedrig einschätzt. Die Mehrheit seiner Kollegen liegt auf seiner Linie: 13 von 19 raten zum Kauf, sechs zum Halten der Titel.

Vor allem der reibungslose Ablauf bei der Zusammenführung von Gillette und dem neuen Mutterkonzern beeindruckt die Experten. „Während das Gillette-Imperium integriert wurde, gab es so gut wie keine Geschäftsunterbrechungen“, sagt Analystin Lauren Lieberman von Lehman Brothers. Sie erwartet in den kommenden Quartalen weitere Sparprogramme, positive Gewinnüberraschungen und zusätzliche Synergieeffekte von Gillette.

Die steigenden Energiepreise, die noch im vergangenen Quartal belasteten, machen jetzt eine Atempause. Das wird sich allerdings erst im zweiten Halbjahr 2007 bemerkbar machen, weil die Preise bis dahin mit den Zulieferern fest vereinbart sind. Doch dann dürften die Zahlen noch vorteilhafter ausfallen als zuletzt vom Konzern angekündigt. „P&G ist mit seiner leicht angehobenen Prognose immer noch sehr konservativ. Wenn die Energiepreise auf dem jetzigen Stand bleiben, dann hat die Aktie noch weiteres Aufwärtspotenzial“, sagt Chappell.

Nik Modi von UBS Equity Research erwartet sogar, dass der Kurs um weitere 30 Prozent steigen könnte. Sein Kursziel steht bei 80 Dollar. Die Zeiten, in denen die Aktie schlechter abschneidet als der breit gefasste S&P 500 seien vorerst vorbei. „ Der Gewinn pro Aktie lag bisher unter dem S&P-Durchschnitt lag. Doch das sollte sich im Dezemberquartal ändern. Für 2007 erwarten wir von Procter & Gamble einen doppelt so großen Gewinnzuwachs wie vom S&P 500.“

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