Modekonzern
Prada-Börsengang trifft auf Schwierigkeiten

Die Konjunkturschwäche in China und eine ganze Reihe großer Börsengänge zwingen Parkettneulinge zu Rabatten - so auch Prada. Das Papier ist zwar stark überzeichnet. Doch ein Geldsegen erscheint immer ungewisser.
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PekingPrada gerät kurz vor seinem Börsengang in Hongkong unter Druck. Fallende Kurse könnten den Taschenhersteller zwingen, einen besonders günstigen Preis zu bieten. Das Unternehmen hat gestern eine Preisspane von 36,50 Hongkong-Dollar bis 48 Hongkong-Dollar bekannt gegeben. „Aber auf diesem Niveau fühlen wir uns nicht wohl“, warnt Analyst Peter Elston von Aberdeen Asset Management in Singapur. Prada will den genauen Preis an diesem Freitag bekannt geben. Kommende Woche soll der Handel beginnen.

Ein schlechtes Omen für Prada gab es bereits am Freitag, als der Kofferhersteller Samsonite den Preis für seine Aktien bewusst niedrig festgesetzen musste. Experten sehen das als Anzeichen dafür, dass die Belastbarkeit des Marktes nach einer Reihe großer Börsengänge erschöpft ist. Dazu kommen Konjunktursorgen in den USA und China, die Zweifel an kräftigen Kursanstiegen der Börsenneulinge wecken.  „In dieser Lage ist es wahrscheinlich, dass Prada etwas in Schwierigkeiten gerät“, sagt Analyst Elston.

Marktteilnehmer erwarten nun auf breiter Front, dass auch Prada Ende der Woche seine Forderungen am unteren Ende des Skala ansiedelt. In den vergangenen acht Handelstagen war der Hongkonger Leitindex Hang Seng deutlich gefallen. Der australische Bergbaukonzern Resourcehouse hat seinen Börsengang daher bereits verschoben, um auf bessere Zeiten zu warten. Das heißt jedoch nicht, dass sich in Hongkong kein Kapital mehr einsammeln ließe. IPO-Profis der Deutschen Bank erwarten, dass die Reihe internationaler Börsengänge in der südchniesischen Finanzoase weitergeht – jedoch zu deutliche besseren Preisen als bisher, wie das Beispiel Samsonite zeigt.

Die Samsonite-Aktie soll zum Handelsstart 14,50 Hongkong-Dollar kosten, was am unteren Ende der angekündigten Preisspanne liegt. Trotzdem wird reichtlich Geld fließen. Allein durch die Vorbestellungen der Erstinvestoren nimmt das Unternehmen knapp zehn Milliarden Hongkong-Dollar (runde 900 Millionen Euro) ein. Die Aktie soll im Wochenverlauf in den öffentlichen Handel gehen.

Für Prada würde der Unterschied zwischen dem unteren und oberen Ende der Preisspanne einen erheblichen Unterschied machen. Die Marktkapitalisierung lägen im günstigen Fall bei zehn Milliarden Euro, im ungünstigen Fall bei 7,5 Milliarden. Auch für die Namensträgerin Miuccia Prada, eine wichtige Anteilseignerin, könnte die Hongkonger Marktschwäche also erhebliche persönliche Einbußen bedeuten.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

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