Geldanlage

Telekom möchte Dividende senken

Aktionäre der Telekom hatten in den vergangenen Jahren wenig Grund zur Freude. Und demnächst könnten sie sich noch mehr ärgern. Der Konzern erwägt eine Kürzung der Dividende. Analysten halten das für notwendig.
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Anleger der Telekom müssen sich möglicherweise auf sinkende Dividenden einstellen. Quelle: dpa

Anleger der Telekom müssen sich möglicherweise auf sinkende Dividenden einstellen.

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DüsseldorfEs gibt nicht viele Gründe, die Telekom-Aktie zu kaufen. Die Gewinne des Unternehmens stagnieren, der Aktienkurs kommt seit Jahren nicht voran. Nur auf eines war immer Verlass: Die Dividende. Doch auch die bröckelt nun dahin.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Kreisen des Aufsichtsrats erwägt das Unternehmen, die Dividende zu kappen. In diesem Jahr haben die Aktionäre 70 Cent je Aktie erhalten. Auch im nächsten Jahr soll es – das hat die Telekom versprochen – bei dieser Summe bleiben. Danach könnte die Ausschüttung allerdings um bis zu ein Drittel niedriger ausfallen.

Ein Sprecher der Telekom sagte, zum Geschäftsjahr 2013 und den darauffolgenden Jahren gebe es weder Beschlüsse noch Aussagen seitens des Unternehmens. Fest steht aber: Konzernchef René Obermann braucht mehr Spielraum, um in schnelle Netze und innovative Produkte zu investieren.

Zudem bringt die Fusion des US-Mobilfunkgeschäft mit MetroPCS Abschreibungen von sieben bis acht Milliarden Euro mit sich, was sich auf das Jahresergebnis der Bonner niederschlagen wird.

Aus Sicht des Unternehmens wäre eine Kürzung der Dividende konsequent. Denn eigentlich kann es sich der Bonner Konzern nicht leisten, Geschenke zu verteilen. In den vergangenen Jahren fielen die Dividendenzahlungen höher als der Nettogewinn aus. Anders ausgedrückt: Die Telekom hat die Dividenden nicht erwirtschaftet, sondern aus der Substanz ausgeschüttet. Das Eigenkapital schrumpfte dadurch in den vergangenen fünf Jahren um knapp zehn Milliarden Euro.

Die Mehrheit der Analysten rechnet laut Nachrichtenagentur Reuters zunächst mit einem Zurechtschrumpfen der Dividende auf 0,65 Cent. Die Experten sehen das gar nicht mal kritisch. Damit hätte die Telekom Möglichkeiten, sich besser für die Zukunft zu positionieren, schrieb Adrian Pehl von Equinet in einer ersten Einschätzung.

Die erste Reaktion der Börse fällt eindeutig aus
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5 Kommentare zu "Mögliche Dividendenkürzung: Weniger Schmerzensgeld für T-Aktionäre"

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  • ich glaube dieser Schritt war überfällig. Das Unternehmen zehrt schon viel zu lange von seiner Substanz, die erzielten Erträge der letzten Jahre ließen sich nur noch permanente Kostenreduzierungen darstellen. Das ist für ein zukunftsorientiertes Unternehmen auf Dauer zu einseitig und wird über kurz oder lang von den Aktionären quittiert.

  • Im Prinzip reicht der cash-flow der Telekom locker für die Dividende.
    Bei den derzeit günstigen Refinanzierungsmöglichkeiten macht es eigentlich keinen Sinn, die Verschuldung zurückzufahren.
    Man könnte natürlich auch 1 Jahr die Dividende komplett streichen und dann jedes Jahr um 5 Cent erhöhen. Dann wird man in ein paar Jahren in den erlauchten Kreis der Dividendenaristokraten aufgenommen...

  • Wir lästern über die marode Infrastruktur der Amerikaner?!
    Tja jetzt wird das Telekommunikationsnetz in der BRD noch schneller erodieren. Der Bürger ist klamm - dumm nur, dass die Telekom nicht exportorientiert ist ;-). Die Margen im TK Sektor schmelzen dahin. Die Kohle für den Ausbau der Netze fehlte bisher eh und die Telekom hat die Dividenden schon seit Jahren aus der Substanz gezahlt. Da wird der Aktionär halt bluten müssen. Und in 20 Jahren gibts in Europa wieder die Buschtrommel - aber dafür sind wir alle in Europa am Trommeln.

  • Sie zahlte in den letzten Jahren sogar mehr als den Gewinn aus.

  • "Eine ganz andere Frage ist, ob die Anleger dafür Verständnis haben werden, wenn sie künftig weniger erhalten sollten"

    Jeder langfristig orientierte Anleger sollte schon Verständnis dafür zeigen, daß ein Unternehmen sich für die Zukunft fit macht. Die Telekom kann es sich auf längere Zeit nicht leisten, den gesamten Gewinn auszuschütten.

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