Monsanto-Übernahme
Bayer-Vorstoß kostet den Dax-Börsenthron

Die mögliche Übernahme des Konkurrenten Monsanto lässt die Bayer-Aktien abstürzen. Der Marktwert des Chemie- und Pharmakonzerns purzelt und der Dax gleich mit. Warum die Wirkung so groß ist – und was Analysten sagen.
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FrankfurtMit der Übernahme des Konkurrenten Monsanto könnte Bayer zum weltweit führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Saatgutproduktion werden. Am Donnerstagmorgen bestätigte der Pharma- und Chemiekonzern, dass es vor kurzem Gespräche über eine einvernehmliche Übernahme von Monsanto gegeben habe. Die Amerikaner waren zuvor vorgeprescht: Monsanto hatte auf Presseberichte reagiert und bestätigt, dass man „ungefragt ein unverbindliches Angebot für eine mögliche Übernahme durch Bayer“ erhalten habe. Der Aufsichtsrat berate nun darüber.

Bei den Bayer-Aktionären kommt diese Nachricht nicht gut an. Viele trennten sich am Donnerstagmorgen von ihren Papieren und bescherten den Aktien einen Kursverlust von zeitweise mehr als acht Prozent. Damit kostete eine Bayer-Aktie weniger als 89 Euro – der tiefste Stand seit zweieinhalb Jahren. „Das wird Bayer wohl einiges kosten und das drückt erst mal auf den Kurs“, erklärte ein Händler die Reaktion der Anleger. Monsanto wird an der Börse derzeit mit gut 42 Milliarden Dollar (etwa 37 Milliarden Euro) bewertet.

Der Firmenwert von Bayer hat seit den ersten Gerüchten über die Kauflust des Konzerns heftig gelitten. Bayer ist am Donnerstag noch 73,3 Milliarden Euro wert – der Titel des wertvollsten Dax-Unternehmens ist mittlerweile verloren gegangen. An der Spitze nach Börsenwert liegt jetzt SAP (84,4 Milliarden Euro) vor Siemens (78,9 Milliarden Euro) und dann Bayer. Und der Vorsprung vor der Deutschen Telekom ist nur hauchdünn.

Die Übernahme Monsantos wäre für das Leverkusener Unternehmen kein Klacks. Den Analysten der Baader Bank zufolge bräuchte Bayer bei Zustandekommen eines Deals eine Kapitalerhöhung. Langfristig sei eine Übernahme des US-Saatgutkonzerns strategisch sinnvoll, schrieb Analyst Jacob Thrane in einer Studie. Er beließ die Aktien auf Hold mit einem Kursziel von 142 Euro. Weil Bayer noch keine Details bekanntgegeben habe, dürfte die Aktie des Dax-Konzerns kurzfristig unter Druck bleiben.

Auch Analyst Jeremy Redenius von Bernstein Research vertritt die Ansicht, dass sich der deutsche Chemie- und Pharmakonzern finanziell schon sehr strecken müsse, um den US-Saatguthersteller zu kaufen. Eine Abspaltung des Bayer-Agrarchemiegeschäfts nach einer Fusion könne sich aber wertsteigernd auswirken. Auch kartellrechtliche Bedenken sollten sich überwinden lassen, so Redenius. Auch er rechnet ungeachtet der fundamentalen Stärke der Bayer-Aktien kurzfristig mit Druck auf die Papiere.

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  • Die Sitzung ist ja gleich aus. Herr Handelsblatt für morgen wäre mal wieder irgendwas mit Mutti lustig. Mutti kommentieren macht halt Spaß.

  • Ja, Ja die böswilligen Klagen, wo man doch nur Gutes wollte...........

  • Vanguard Group halten 6,31%, und Blackrock 5,3%, der Rest ist Freefloat. Vielleicht sind die "strategischen Investoren" am Ende ja noch froh, den Resistent-Unkrautzüchter incl. der Klagerisiken teuer loszusein...?

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