Montag und Mittwoch stehen IPOs an
Gute Chancen für die Börsengänge

Erstmals seit fast zwei Jahren wird es am deutschen Aktienmarkt in der nächsten Woche zwei Börsengänge geben.

HB FRANKFURT. Den Auftakt macht am Montag die Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG, ehe am Mittwoch der wesentlich größere Börsengang (IPO) des Geldautomatenherstellers Wincor Nixdorf folgen dürfte.

„Die Mifa-Aktien kamen sowohl bei institutionellen wie auch bei privaten Investoren gut an. Die Aktien sind überzeichnet. Die Erstnotiz am General Standard wird wie geplant am Montag stattfinden“, sagte ein Mifa-Sprecher am Freitag. Die in Sangerhausen in Sachsen-Anhalt ansässige Mifa hatte insgesamt 1,5 Millionen Aktien - 25 Prozent der Unternehmensanteile - zu einem Stückpreis von 9,25 Euro zum Kauf angeboten. Das Emissionsvolumen beläuft sich damit auf knapp 14 Millionen Euro. Mifa kämpft mit der Biria-Gruppe um die Führung des von einem harten Preiswettbewerb geprägten deutschen Fahrradmarktes.

Eine deutlich größere Emission verspricht Wincor Nixdorf zu werden. Inklusive Mehrzuteilungsoption will der weltweit drittgrößte Hersteller von Geldautomaten und Kassensystemen rund 9,5 Millionen Anteilsscheine an der Börse platzieren. Interessenten werden die Titel noch bis Dienstag in einer Preisspanne von 41 bis 50 Euro je Stück zur Zeichnung angeboten.

Bei einem Preis am oberen Ende der Spanne käme die Emission auf 475 Mill. Euro. Wincor würde insgesamt mit rund 825 Mill. Euro bewertet. Im Vorfeld des Börsengangs wurde der Wert des Paderborner Unternehmens, das 1999 von den Kapitalbeteiligungsgesellschaften und derzeitigen Hauptgesellschaftern Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) sowie Goldman Sachs Capital Partners vom Siemens-Konzern gekauft wurde, mit rund einer Milliarde Euro veranschlagt.

Allerdings halten es mehrere Experten für unwahrscheinlich, dass die Titel zu 50 Euro auf den Markt kommen dürften. „Wir halten Wincor Nixdorf in einer am unteren Ende liegenden Preisspanne bei 41 bis 44 Euro für attraktiv“, sagte Daniel Kerbach, Fondsmanager bei Activest. „Wincor hat ein solides Geschäftsmodell. Die Wachstumsperspektiven bewegen sich jedoch in einem einstelligen Prozentbereich, daher sollte die Bewertung so günstig angesetzt werden“, begründete er seine Einschätzung.

Martin Reich, Analyst bei Invera, empfiehlt die Wincor-Aktie bis 44,50 Euro zu zeichnen. Im vorbörslichen Handel beim Börsenmakler Schnigge sowie beim Broker Lang & Schwarz notierten Wincor-Aktien am Freitag zwischen 44 und 45 Euro. „Ich rechne damit, dass der Ausgabepreis etwas darunter liegen wird. Eventuell könnte er wirklich am unteren Ende der Spanne liegen. Im Interesse eines endlich mal erfolgreichen Börsenganges in Deutschland und einer zukünftig positiven Kursentwicklung wäre das sicher wünschenswert“, sagte Schnigge-Händler Florian Weber.

Nach den überraschenden Absagen der beiden Halbleiterfirmen X-Fab und Siltronic im März wegen mangelnder Nachfrage könnte der IPO von Wincor Signalwirkung für die seit Sommer 2002 darbende Branche für Aktienemissionen haben. Mit der Kfz-Service-Kette ATU bereit sich bereits ein weiterer Kandidat für sein Börsendebüt Mitte Juni vor. Das Emissionsvolumen wird in Finanzkreisen auf über eine Milliarde Euro geschätzt. Im Juni wird dann aller Voraussicht nach auch die Postbank erstmals auf dem Kurszettel erscheinen. Erst am Donnerstag hatte der Mutterkonzern Deutsche Post tagelange Spekulationen über einen vorzeitigen Verkauf der Banktochter etwa an die Deutsche Bank beendet. Mit einem Volumen von mindestens 2,5 Milliarden Euro wäre die Postbank der größte Börsengang in Deutschland seit dem IPO der Telekom-Tochter T-Online im April 2000.

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