Monte dei Paschi

Kurs von Krisenbank klettert weiter

Am Abend will der Chef der Bank Monte dei Paschi einen neuen Geschäftsplan vorstellen. Er gilt als entscheidend für das Überleben des Geldhauses. Der Aktienkurs kletterte im Vorfeld um bis zu 14 Prozent.
Auch die älteste Bank der Welt hat wie viele italienische Geldhäuser mit ausfallgefährdeten Krediten zu kämpfen. Quelle: dpa
Monte dei Paschi di Siena

Auch die älteste Bank der Welt hat wie viele italienische Geldhäuser mit ausfallgefährdeten Krediten zu kämpfen.

(Foto: dpa)

MailandAktien von Banca Monte dei Paschi di Siena SpA haben ihre Gewinne am Montag im Mailänder Handel ausgeweitet. Am Abend wird Bankenchef Marco Morelli einen neuen Geschäftsplan vorstellen, der als entscheidend für das Überleben der Bank gilt. Zugleich werden die Zahlen für das dritte Quartal präsentiert.

Der Aktienkurs kletterte um bis zu 14 Prozent und lag gegen Mittag noch mit 0,30 Euro 12,2 Prozent im Plus. In der vergangenen Woche hatte die Aktie bereits 58 Prozent gewonnen. Für dieses Jahr haben sich die Kursverluste damit auf rund 75 Prozent verringert.

„Es gibt im Vorfeld des Plans der Bank viele Spekulationen; Fonds repositionieren sich nach Gerüchten und durchgesickerten Informationen über Interesse von neuen Investoren“, sagte Vincenzo Longo, Stratege bei IG Markets Ltd. in Mailand. „Wir werden bald feststellen, ob der Plan erreichbar und tragfähig ist.“

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Dunkler Himmel über den Banken in Frankfurt
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Europas Banken stecken in der Krise – das wussten Marktbeobachter schon vor dem großen Stresstest der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde. Doch ein genauer Blick auf die Kennzahlen zeigt: Das gilt nicht für alle Institute. Im Vergleich von Nettogewinn, Eigenkapitalrendite und Eigenkapitalquote schneiden einige Institute deutlich besser ab als andere. Besonders interessant ist dabei das Verhältnis zwischen Kurs und Buchwert pro Aktie (KBV). Der Wert offenbart, inwieweit der Börsenwert einer Bank mit den Aktiva, also den Werten in den Büchern der Bank, übereinstimmt. Das KBV liegt bei fast allen Geldhäusern unter 1. Das bedeutet, dass sich die Aktionäre entweder von einer Zerschlagung der Bank mehr Geld versprechen als von der Fortführung des Geschäfts – oder dass sie den Qualitäten der Bilanzen, also der verzeichneten Aktiva, nicht vertrauen. Im Folgenden werden die Kennzahlen für die wichtigsten europäischen Banken dargestellt, sortiert nach den Nettogewinnen im 2. Quartal 2016.

Platz 8: Deutsche Bank
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Nettogewinn: 447 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 3,2 Prozent

Eigenkapitalquote: 14,1 Prozent

KBV: 0,48

Platz 9: Credit Suisse
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Nettogewinn: 280 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 4,4 Prozent

Eigenkapitalquote: 13,3 Prozent

KBV: 0,88

Platz 10: Commerzbank
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Nettoverlust: 643 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: –3,1 Prozent

Eigenkapitalquote: 13 Prozent

KBV (Aktienkurs vom Stichtag/Buchwert pro Aktie): 0,50

(Quelle: Bloomberg)

Platz 6: Unicredit
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Nettogewinn: 975 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 8,2 Prozent

Eigenkapitalquote: 12,8 Prozent

KBV: 0,70

Platz 6: UBS
6 von 11

Nettogewinn: 943 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 7,4 Prozent

Eigenkapitalquote: 15 Prozent

KBV: 0,88

Platz 5: Barclays
7 von 11

Nettogewinn: 992 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 5,8 Prozent

Eigenkapitalquote: 11,6 Prozent

KBV: 0,41

Im Zuge der Restrukturierung dürfte die Bank einen Jahresgewinn von mehr als eine Milliarde Euro bis 2019 anvisieren, hatte die Zeitung Il Messaggero am Samstag ohne Angaben von Quellen berichtet. Der Plan dürfte auch ein Ziel von elf bis zwölf Prozent für die Eigenkapitalrendite bis 2019 umfassen, hieß es weiter.

Morelli sucht nach neuem Kapital und will vermeiden, dass die Tausende von Kunden, die während der Finanzkrise Anleihen der Bank erworben hatten, Geld verlieren. Belastet von zunehmenden notleidenden Krediten und Verlusten aus Derivate-Wetten des früheren Managements, die schief gingen, war die Bank gezwungen, staatliche Rettungsgelder in Anspruch zu nehmen, und zapfte ihre Aktionäre binnen zwei Jahren zwei Mal um Kapital an.

Il Messaggero zufolge zählen die Staatsfonds von Katar und Abu Dhabi sowie die People’s Bank of China zu Investoren, die an dem Kapitalplan der Bank Interesse haben könnten. Die Zeitung Corriere della Sera hatte unterdessen berichtet, dass auch der Staatsfonds von Kuwait an einer Beteiligung interessiert sein könnte.

Im Juli – als Monte Paschi aus dem europäischen Stresstest als am stärksten gefährdete Bank im Falle eines ernstlichen Wirtschaftsschocks hervorging – hatte die Bank aus Siena erklärt, sie strebe eine Kapitalerhöhung im Volumen von 5 Mrd. Euro an und wolle mit Hilfe des italienischen Bankenrettungsfonds Atlante faule Kredite im Volumen 28 Mrd. Euro loswerden. Zudem erwägt Monte Paschi einen freiwilligen Umtausch von Anleihen in Aktien.

  • Bloomberg
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