Motorad-Aktien
Wenig Chancen auf zwei Rädern

BMW, Honda und Suzuki: Experten halten Motorrad-Aktien für wenig attraktiv. Seit Jahren geht die Zahl der Neuzulassungen zurück. Anders beurteilen Analysten die Papiere, wenn der Hersteller auch Autos baut.

FRANKFURT. Sportschalldämpfer, heizbare Griffe und Helm-Gegensprechanlage finden unter Motorradfahrern - ebenso wie die Maschinen - reichlich Absatz. Der Gedanke liegt nahe, sich auch die Aktie eines Herstellers aus der Branche ins Depot zu legen. Für beinahe jeden Fan gibt es die passende Aktie. Aber nur die wenigsten Titel sind ein Kauf.

Der Grund ist einfach: Seit Jahren gehen die Neuzulassungen in Deutschland - dem wichtigsten Markt der Branche in Europa - zurück. Im vergangenen Jahr waren es deutliche 5,3 Prozent. Paradebeispiel dafür ist der heimische Marktführer BMW: Der hat in den ersten vier Monaten des Jahres über fünf Prozent weniger Motorräder verkauft als im Vorjahreszeitraum. "Modellzyklusbedingte Effekte" führen die Münchener dafür an. Immerhin geht die jahrelang meistverkaufte Maschine im Land, die R 1 200 GS, inzwischen ins sechste Produktionsjahr.

Ganz im Gegenteil zu den Autoverkäufen, bei denen die Münchener in diesem Jahr Zuwächse verzeichneten. Deswegen hat Thomas Besson, Analyst bei Merrill Lynch, vergangene Woche in einer Branchenstudie zwar auf erschwerte Bedingungen für die europäischen Autobauer hingewiesen, bei BMW als einziger Kaufempfehlung jedoch das Kursziel nicht gesenkt. 60 Euro traut er der Aktie, die derzeit knapp über 35 Euro notiert, zu.

Eines wird damit klar: Wegen der Motorrad-Sparte empfiehlt kein Analyst BMW. Eher wird dieser Bereich, der nur einen einstelligen Prozentsatz zum Umsatz liefert, von der Auto-Sparte mit getragen. Ähnlich ist die Situation bei den japanischen Wettbewerbern Honda und Suzuki. Auch sie finden Gefallen bei Analysten. Suzuki noch mehr als Honda, weil dort preis- und verbrauchsgünstige Modelle hergestellt werden, die gerade auf dem asiatischen Markt gefragt sind.

Weit weniger angesagt sind dagegen die Aktien der Hersteller, die ihr Geld vor allem mit Motorrädern verdienen. Marken wie Ducati, Harley-Davidson oder KTM genießen nur bei ihren Fans Kultstatus. Der Kurs von Ducati - für viele Inbegriff einer formschönen Rennmaschine - ähnelt in seinem Auf und Ab einem sauber gezogenen Strich auf der Rennstrecke. Tiefrote Zahlen wechseln sich mit Erholungsphasen ab.

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