Müllheizkraftwerke an die Börse
Zhong De plant Erstnotiz für den 6. Juli

Dieser Börsengang ist alles andere als heiße Luft: Das chinesische Unternehmen Zhong De Waste Technology baut Heizkraftwerke und verfeuert dafür den Müll der Weltmacht aus Fernost. Gerade dieser Zweig ist ein in China kaum erschlossener Bereich – umso mehr Potential für die erste chinesische Prime Standard Aktie.

FRANKFURT. Bis zu 75 Mill. Euro will die Zhong De Waste Technology AG bei ihrem für den 6. Juli geplanten Börsengang (IPO) erlösen (ISIN DE000ZDWT018). Das gab der Hersteller von kleinen und mittelgroßen Müllheizkraftwerken gestern bekannt. Genaue Details zur Preisspanne will das Management zu Beginn der Zeichnungsphase am Freitag präsentieren.

Die im Jahr 1996 gegründete Zhong De hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 19 Mill. Euro und dabei einen für hiesige Verhältnisse unvorstellbaren Nettogewinn von acht Mill. Euro erzielt. Grund dafür sind die niedrigen Steuersätze im Reich der Mitte.

Für den deutschen Aktienmarkt hat der Börsengang deshalb Bedeutung, weil es sich um das erste Listing eines chinesischen Unternehmens im Premiumsegment Prime Standard der Deutschen Börse handelt. Im Open Standard, dem ehemaligen Freiverkehr, werden bereits Aktien von rund 90 chinesischen Gesellschaften gehandelt. Um die juristische Situation bei Zhong De, das sind übrigens die chinesischen Worte für China und Deutschland, möglichst einfach zu halten, ist an der Börse die in Hamburg ansässige deutsche Holding gelistet, die die Geschäfte in China führt.

Der Großteil des Emissionserlöses soll direkt in die Kassen des Unternehmens fließen. Drei Mill. der insgesamt bis zu 4,18 Mill. Papiere stammen aus einer Kapitalerhöhung, der Rest kommt aus dem Besitz von Altaktionären. Mit dem Erlös aus dem Börsengang will das Management von Zhong De vor allem das eigene Wachstum forcieren. Die Emission begleitet das Bankhaus Sal. Oppenheim.

Das Geschäft mit der Müllverbrennung verspricht gerade in China große Chancen. In dem aufstrebenden Land werden derzeit noch 93 Prozent des Müllaufkommens auf Deponien gekippt, vier Prozent werden kompostiert und nur drei Prozent verbrannt. Die Anlagen von Zhong De verwandeln die bei der Verbrennung anfallende Energie in Gas. Vor allem kleine und mittlere Kommunen setzen vermehrt auf diese Technik.

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