Aktien
Münchener Rück und Allianz im Minus - Spitzer-Anklagen in USA

Die Versicherungswerte im Dax haben am Freitag nach negativen Nachrichten aus der US-Branche erheblich unter Druck gestanden. Aktien der Münchener Rück büßten 3,65 Prozent auf 74,39 Euro ein und bildeten damit das Index-Schlusslicht.

dpa-afx FRANKFURT. Die Versicherungswerte im Dax haben am Freitag nach negativen Nachrichten aus der US-Branche erheblich unter Druck gestanden. Aktien der Münchener Rück büßten 3,65 Prozent auf 74,39 Euro ein und bildeten damit das Index-Schlusslicht. Allianz-Titel verloren 1,70 Prozent auf 82,60 Euro. Zugleich sank der Leitindex Dax um 0,30 Prozent auf 3 928,54 Punkte.

Marktteilnehmer verwiesen auf eine Meldung vom Vorabend, wonach der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer Schritte gegen große US-amerikanische Versicherer wegen Bevorzugung einiger Kunden bekanntgegeben habe. "Die Spitzer-Anklagen belasten ungerechtfertigterweise auch die europäischen Branchengrößen", sagte HVB-Analyst Lucio Di Geronimo. Die Kursverluste seien aber "total übertrieben". Der gegenwärtige Kurs der Allianz-Aktie biete eine gute Kaufgelegenheit.

Auch ein Frankfurter Aktienhändler verwies auf die Nachrichten aus den USA: "Die Spitzer-Anklagen belasten die Aktienkurse von Münchener Rück und Allianz." Die US-Tochter des weltgrößten Rückversicherers Münchener Rück ist nach eigenen Angaben entgegen anders lautenden Berichten nicht vom New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer angeklagt worden. Wie die American Re am Donnerstagabend mitteilte , habe die zu der US-Gesellschaft gehörende Munich-American Riskpartners allerdings mit der Staatsanwaltschaft zusammengearbeitet und werde dies auch weiterhin tun.

Die Untersuchungen könnten weit reichende Folgen für die gesamte Industrie haben, hieß es indes bei Oppenheimer & Co. Vor allem auch auf die Anbieter von Angestellten-Versicherungen wie Lebensversicherer könnten die Untersuchungen ausstrahlen, die sich bisher noch auf Sachversicherer fokussierten. Wegen bisher unzureichender Informationen seien die potenziellen Belastungen für die betroffenen Unternehmen und die gesamte Industrie noch nicht abschätzbar. Der Druck auf die Aktien dürfte sich daher noch verstärken.

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